Netzwelt-Ticker Google kauft Garage

Ein bisschen Nostalgie ist gar nicht schlecht, dachten sich die Google-Gründer und erwarben jene Immobilie, in der ihr Suchmaschinenprojekt begann. Außerdem im Nachrichten-Überblick: 1,1 Exabyte Daten, Yahoos Kronjuwelen und ein Gammelfleisch-Detektor.

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Nein, der Suchmaschinen-Konzern steigt nicht ins Immobiliengeschäft ein. Stattdessen haben die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin jenes Anwesen gekauft, in dem sie ihrem Milliarden-Unternehmen vor gerade mal acht Jahre Leben einhauchten.

Google-Geburtsstätte: Die Garage gehört jetzt zur Firma
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Google-Geburtsstätte: Die Garage gehört jetzt zur Firma

Ihre ehemalige Vermieterin, Susan Wojcicki, deren Kühlschrank die beiden regelmäßig plünderten, dürfte darüber hocherfreut sein. Der schnelle Ruhm ihrer ehemaligen Untermieter hat dafür gesorgt, dass ihre Garage mittlerweile zu einem touristischen Anziehungspunkt geworden ist. Wie Associated Press berichtet, wird Googles Geburtsstätte täglich von ganzen Busladungen an Touristen heimgesucht. Eben deshalb bat der Konzern auch darum, die Adresse des Anwesens nicht zu veröffentlichen. Aber die, so weiß der Autor, lässt sich ja leicht über Google herausfinden.

65 Milliarden Downloads

Nach einer Studie des Marktforschungsunternehmens InStat werden selbst erstellte Internet-Inhalte künftig noch beliebter als bisher. Für das Jahr 2010 erwarten die Marktforscher 65 Milliarden Downloads von Community-Portalen wie YouTube und MySpace. Insgesamt würden die Websurfer dafür 9,1 Petabyte eigener Inhalte in die jeweiligen Portale hochladen. Noch wesentlich gewaltiger werde jedoch der Download-Strom anschwellen: Unvorstellbare 1,1 Exabyte müssten zu den Usern übertragen werden. Massiven Anteil würden dabei mobile Nutzer haben, die beispielsweise per Handy auf die Portale zugreifen. Dazu müssten jedoch mobile Daten-Flatrates größere Verbreitung finden.

Erfreulich für die Werbewirtschaft: Die zunehmende Popularität selbst erstellter Inhalte werde sich ausgesprochen positiv auf die Werbeumsätze auswirken, prognostiziert die Studie. So sollen die Umsätze aus Bannerwerbung und Online-Anzeigen der Community-Portale auf mehr als 850 Millionen US-Dollar steigen. Gegenüber pressetext gab Torsten Schwarz, Fachbereichsleiter für Online-Marketing beim Verband für deutsche Internetwirtschaft, denn auch zu verstehen, dass „das bestehende Werbe-Potential noch lange nicht ausgeschöpft ist“. Allerdings empfiehlt Schwarz, nicht nur auf billige Banner-Werbung, sondern vor allem auf kontextsensitive Werbung zu setzen.

15 auf einen Streich

Mit einem Update auf die Version 10.4.8 hat Apple gleich 15 Sicherheitslücken auf einmal aus dem Betriebssystem Mac OS X gebügelt. Laut „TechWeb“ konnten Angreifer sich über die nun gestopften Löcher unerlaubten Zugang zum Rechner verschaffen, den Computer abstürzen lassen oder darauf Schadcode ausführen. Eine der Sicherheitslücken war so gravierend, dass es schon genügte, speziell präparierte Websites anzusurfen, um Hackern die Tür zu öffnen. Dass Apple es bei dem Update aber nicht nur bei Pflichtübungen belassen hat, berichtet „Mac Essentials“. So wurde offenbar die Zoom-Funktion, zu vergrößern von Bildschirm-Inhalten, leichter zugänglich gemacht. Ist ja auch wichtig – irgendwie.

Yahoo gibt Kronjuwelen frei

Getreu dem Motto „Geben ist seliger denn Nehmen“ hat der Internet-Konzern Yahoo seine Schubladen geöffnet und den Quellcode freigegeben, der dem Yahoo-Mail-Dienst zugrunde liegt. Mit diesem Schritt wolle die Firma externen Entwicklern die Möglichkeit geben, hoch spezialisierte Nischen-Anwendungen für Yahoo Mail zu entwickeln, schreibt „eWeek“. Yahoo selbst, so der Manager Chad Dickinson, sei trotz üppiger Ressourcen nicht in der Lage, auf jeden einzelnen Wunsch der Anwender einzugehen. Er erwartet jedoch, dass in Kürze Zehntausende neuer Anwendungen auf Basis von Yahoo Mail entstehen – und möglicherweise Heerscharen neuer Nutzer anziehen - werden.

Noch mehr Akku-Rückrufe

Mittlerweile sind es so viele, dass es sich kaum noch lohnt darüber zu berichten. Deshalb, nur der Vollständigkeit halber: Fujitsu Siemens Computers (FSC) hat nun auch ein Rückrufprogramm für Notebook-Akkus gestartet. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, wie eine FSC-Sprecherin gegenüber „TechWeb“ sagte. Über Vorkommnisse im Zusammenhang mit den Akku-Packs sei derzeit nichts bekannt. Toshiba und Dell erweiterten ihre Rückrufeprogramme derweil. So tauscht Toshiba nunmehr nicht 340.000, sondern 830.000 von Sony gelieferte Akkus um.

Frauen gewinnen Hacker-Preis

Einmal im Jahr lädt Yahoo Entwickler zum sogenannten Hack Day auf den Yahoo-Campus im kalifornischen Sunnyvale ein. 24 Stunden haben die Programmierer Zeit, sich eine neue Internet-Anwendung auszudenken und sie in die Tat umzusetzen. Wie „TechCrunch“ berichtet, nahmen daran in diesem Jahr 400 Entwickler teil, die zum Abschluss 54 Projekte vorstellen konnten. Gewinner wurde ein rein weibliches Team. Unter dem Titel „Blogging In Motion“ kombinierten die Damen eine Handtasche mit einer Digicam und einen Schrittzähler. Diese Komponenten verknüpften sie derart, dass alle paar Schritte automatisch ein Foto geschossen und bei flickr hochgeladen wird. Nicht nützlich, aber mit Sicherheit amüsant.

Gammelfleisch-Detektor

Menschen, die sich nicht zutrauen, selbst zu erkennen, ob ein Stück Fleisch noch genießbar oder schon längst ein Fall für die Tonne ist, kann jetzt geholfen werden. Elektronisch natürlich. Ein Gerät namens SensorfreshQ, das verdächtig an ein elektronisches Fieberthermometer erinnert, soll laut Hersteller Sicherheit bringen und etwa Bakterien verlässlich erkennen. Dazu analysiert das Gerät die Luft über dem Fleischlappen und gibt per Leuchtsignal Auskunft über dessen Verwesungszustand. Ein grünes Lämpchen soll dabei für beste Frische stehen, während ein gelbes zum baldigen Verzehr mahnt. Leuchtet dagegen die rote Warnlampe auf, sollte man die Finger davon lassen. Aber das hat man dann womöglich auch schon selbst erschnüffelt.

Ein verdächtiges Gerät

Es gibt immer wieder Produkte, auf die die Welt nicht gewartet hat. Zu dieser Kategorie zählt auch das „verdächtige Gerät“, dessen einziger Zweck darin besteht, verdächtig auszusehen. Ein Countdown-Timer sowie ein schriller Warnton, der ausgelöst wird, sobald man das Gerät berührt, sorgen nicht gerade für Vertrauen. An Kunst muss man sich eben vorsichtig herantasten.

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