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Netzwelt-Ticker: Hack-Attacke auf zehn Millionen Blogs

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Heute im Überblick: Denial-of-Service-Attacke auf Blog-Anbieter. MySpace-Mitbegründer will Geld mit falschen Adressen machen. Autos knackt man per Laptop, Die Uhr tickt groß auf T-Shirts, Porno wird Blu-ray nicht helfen und mehr.

Zehn Millionen Blogs offline

Primitiver Hack: Denial-of-Service-Attacken blockieren Webseiten durch massenhafte Seitenaufrufe

Primitiver Hack: Denial-of-Service-Attacken blockieren Webseiten durch massenhafte Seitenaufrufe

Ein massiver Denial-of-Service-Angriff soll die Server des Anbieters Six Apart lahm gelegt haben.Dabei wurden die Rechner mit sinnlosen Anfragen einer Vielzahl vermutlich gekaperter Computer bombardiert und überlastet. Blogs, die auf den Systemen von Typepad und Livejournal gehostet werden, waren demnach stundenlang nicht erreichbar. Six-Apart-Manager Anil Dash sprach in einem Interview davon, die Attacke habe eine Größenordnung gehabt, die wohl jede größere Website beeinträchtigt hätte. Welche Motivation dem Angriff auf die Community-Websites zugrunde liegt, bleibt vorerst unklar. Man habe dazu zwar schon eine Theorie, wolle darüber aber nicht öffentlich spekulieren. Zumindest sei man verwundert, Ziel einer solchen Attacke geworden zu sein, so Dash. Einem erneuten Angriff sieht er jedoch gelassen entgegen: "Wir haben genug gelernt, um zu wissen, was wir tun müssen, sollte so etwas noch einmal passieren."

Skype macht's hundertfach

Telefonkonferenzen waren gestern, Skypecasts gehören die Zukunft. So will es laut "The Register" zumindest der Voice-Over-IP-Anbieter Skype. Bis zu 100 Menschen will Skype zu moderierten Diskussionen zusammenschalten. Die Einsatzmöglichkeiten für solche Massenveranstaltungen seien vielfältig. So könnten sich beispielsweise Interessengruppen per Skypecast austauschen. Zudem orakelt der Register, könne man über den Dienst der eBay-Tochter ja auch Live-Auktionen veranstalten. Für normale VoIP-Telefonate hat die Firma zudem die Beta-Version 2.5 der Telefonie-Software zum Download freigegeben. Auch die soll verbesserte Funktionen für Telefonkonferenzen enthalten. So blinkt beispielsweise das Bild des jeweiligen Sprechers auf, um zu signalisieren, wer gerade das Wort hat. Außerdem wurden ein Wählassistent und neue Bezahlfunktionen integriert. Darüber hinaus sollen Outlook-Nutzer ihre Outlook-Kontakte mit Skype verwenden können. Wer trotz der Telefoniefunktionen nicht vom Tippen lassen will, kann jetzt zudem SMS-Nachrichten via Skype versenden.

Heiße Luft und tote Fliegen

Ohne Inhalte, dafür aber mit hunderttausenden Websites will der ehemalige MySpace.com-Vorsitzende Richard Rosenblatt Geld verdienen. Investorengelder in Höhe von 120 Millionen Euro geben ihm den nötigen Spielraum. Das "Wall Street Journal" erklärt das Geschäftsprinzip der neuen Firma. Demnach will Rosenblatt sich tausende von Websites mit einprägsamen Namen oder solchen, die anderen bekannten Websites ähneln, sichern. Statt sie nun aber mit Inhalten, wird er sie schlicht mit Werbung füllen. Dabei verlässt er sich auf die Systeme von Google und Yahoo, die für jeden Klick auf einen solchen Werbe-Link bares Geld auszahlen.

"Wir werden aus Anzeigetafeln Websites machen," wird der Firmengründer zitiert. Für den Erfolg verlässt er sich auf zwei Dinge: Zum einen auf die Neugier von Leuten, die einfach auf Verdacht interessant klingende Webadressen in ihren Browser tippen und zum anderen auf jene, die sich schlicht vertippen. Das dieses Prinzip funktioniert, beweist die Website www.flashgames.com. Obwohl vollkommen inhaltslos, generiert diese Ansammlung bezahlter Links bereits einen Umsatz in Höhe von 150.000 US-Dollar pro Jahr.

Entscheidet die Porno-Industrie den HD-Krieg?

Bei der "PC World" hat man sich einer alten Legende angenommen, wonach die Porno-Industrie seinerzeit den Ausschlag für den Erfolg des VHS-Videosystems gegenüber dem konkurrierenden Betamax gab. So zitiert das Blatt Ron Wagner, den Leiter der IT-Abteilung der in Los Angeles ansässigen TV-Produktionsfirma E! Entertainment Television mit den Worten, auf der Video-Messe NAB hätten einige große Porno-Produzenten darüber gesprochen "den Blu-ray-Weg einzuschlagen." In dieselbe Kerbe schlägt auch Gartner-Analyst Paul O'Donovan. Er glaubt daran, das Blu-ray, obwohl es später kommt als das konkurrierende HD DVD-Format, "innerhalb von 18 Monaten bis fünf Jahren den Sieg davon tragen wird". Den Grund dafür mach O'Donovan in einer breiten Unterstützung der Unterhaltungs- und vor allem Porno-Industrie aus.

Mehr Durchblick hat dagegen Steve Duplessie von der Enterprise Strategy Group. Er verweist darauf, dass der Erfolg von VHS vor allem darin begründet war, dass es ein offenes Format war, derweil Sony die Betamax-Technologie nicht an andere Hersteller weitergab. Sein Fazit: "Ich glaube nicht, dass die Porno-Industrie das künftige Format bestimmen wird. Wie jede andere Industrie auch, wird sie liefern, was die Anwender wollen."

Autoklau per Notebook

Moderne Autos werden nicht mehr aufgebrochen und kurzgeschlossen, moderne Autos werden gehackt. Wie das Auto-Magazin "Leftlane News" berichtet, verwenden Hightech-Autodiebe Notebooks, um die Zugangsperren schlüsselloser Schließsysteme zu umgehen. Solche Systeme arbeiten vollkommen ohne mechanische Sperren. Stattdessen sendet ein Mikrochip auf einer Codekarte verschlüsselte Signale an die Elektronik des Fahrzeugs, um Türen zu öffnen und die Zündung freizuschalten. Mit einem Notebook lassen sich die hierbei verwendeten Codes binnen 20 Minuten knacken und das Auto ohne jede mechanische Beschädigung öffnen und starten, schreibt Fastlane News. Genau das sei Fußball-Star David Beckham widerfahren. Bereits zweimal sollen ihm BMW-Geländewagen vom Typ X5 auf diese Weise abhanden gekommen sein. Muss man sich also künftig beim Einparken nach verdächtigen Notebook-Nutzern umschauen?

iPods für Eingeschlossene

Was wünschen sich verschüttete Bergarbeiter, wenn klar wird, dass die erlösende Rettungsbohrung noch Tage brauchen wird, um sie zu erreichen? Ein gutes Buch? Briefe von den Liebsten? Alles falsch. Todd Russell und Brant Webb, die in einer tasmanische Mine unter zwölf Meter dickem Gestein auf Rettung warteten, wollten iPods. Country-Musik, so "The Age" sollte ihnen helfen, die Wartezeit zu überbrücken. Ob man ihnen auch eine Stromleitung herunter geschickt hat, lässt der Artikel leider offen. Zu wünschen wäre es den Beiden, denn spätestens nach rund 14 Stunden geht einem iPod der Saft aus.

Ein digitales Leibchen

Mit diesem T-Shirt wird man nie mehr nach der Uhrzeit gefragt. Die steht nämlich in großen grünen Ziffern vorne auf der Brust. Möglich machen es ein elektro-lumineszierendes Panel sowie ein Batteriekasten, der in einer versteckten Innentasche unterkommt und zum Waschen entfernt werden kann. Außer als Party-Gag soll das Hemd auch den Weg zur Arbeit amüsanter machen, beispielsweise indem man die Uhr um eine Stunde vorstellt, bevor man den Bus besteigt.

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