Netzwelt-Ticker Intel-Chef verrät Windows-Geheimnis

Paul Otellini, eigentlich Intel-Boss, berichtet Journalisten von Microsofts Patch-Plänen für Vista. Ein 15-jähriger US-Schüler, eigentlich völlig harmlos, wird als Bombenleger eingesperrt, weil er zur falschen Zeit telefoniert hat. Das und mehr im Nachrichtenüberblick.

Von Sönke Jahn


Vistas erstes Service Pack im November?

Ein alter Merksatz der Informatik lautet: Installiere ein neues Windows-Betriebssystem frühestens dann, wenn das erste Service Pack veröffentlicht wurde. Und richtig: Nur drei Monate nach der Markteinführung von Windows Vista summieren sich schon 100 kleine, mittlere und große Baulücken, die Microsoft mit einem umfassenden Update schließen müsste.

Intel-Chef Otellini: Hat versehentlich einen geheimen Veröffentlichungstermin ausgeplaudert
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Intel-Chef Otellini: Hat versehentlich einen geheimen Veröffentlichungstermin ausgeplaudert

Noch aber hält sich die Firma bedeckt und sagt nichts offizielles über mögliche umfassende Service- und Reparaturleistungen. Aber dann verplappert sich Intel-Chef Paul Otellini, der es wissen könnte und verrät auf einer Pressekonferenz: " Das Service Pack für Vista kommt Ende Oktober, Anfang November." Ob das nun amtlich ist? Möglicherweise.

Keine Unschuldsvermutung

Mit Online-Umfragen ist das so eine Sache. Vor allem weil sie nicht nach allen Regeln der Umfragekunst durchgeführt werden und daher nicht repräsentativ sind. Oft genug kann man sogar mehrmals abstimmen oder als Interessengruppe seine jeweiligen Mitglieder sogar zur gezielten Teilnahme aufrufen. Bei der gestrigen Umfrage auf tagesschau.de, ob die Pläne unseres Innenministers zur Terrorabwehr verhältnismäßig seien oder nicht, stimmten bis heute morgen 96,8 Prozent von über 50.000 Teilnehmern der Aussage zu, dass der Minister eine Gefahr für das Grundgesetz sei. Mit anderen Worten: Für sich selbst kann Herr Schäuble in diesem Falle die Unschuldsvermutung schon mal als abgeschafft betrachten. Ein schöner erster Erfolg. Wir gratulieren.

Hightech aus Bölkstoff

Aus einem Vortrag eines britischen Brauwissenschaftlers in Kalifornien, der behauptet, dass die Menschheit vor allem deshalb sesshaft wurde, weil sie Getreide anbauen und daraus Bier brauen wollte, ziehen die Kollegen vom "Inquirer" einen ganz famosen Schluss: "Auch iPod, Silicon Valley und Weltraumflüge gäbe es also nicht ohne Bier". Leider ließe sich die Liste beliebig fortsetzen: Computerviren, Atombomben, Nordic Walking. Last order, please.

Chef-Taste

Weiß hier jemand nicht, was ein Boss-Key ist? Diese Chef-Taste drückt man auf der PC-Tastatur, um zu verbergen, womit man sich am Computer gerade beschäftigt. Dass man etwa eine Partie Solitaire spielt anstatt über einer Excel-Tabelle zu brüten. Sollte man dabei aus irgendwelchen Gründen gerade keine Hand frei haben, um diesen Notfallknopf zu betätigen, wäre man gewiss froh über dieses Stealth Switch Boss-Pedal. Dank dem soll man den Bildschirminhalt per Fußtritt verbergen können. Fragt sich nur, wie man diesen Heimlichtuer unter dem Stuhl auf Dauer erklärt.

Endlich filmreif

Der freundlichen "Participatory Culture Foundation" verdanken wir nicht nur den famosen Medienplayer "Democracy", sondern neuerdings auch die aufschlussreiche Webseite "Make Internet TV". Hier zeigt man uns, wie wir prima Videos produzieren und als eigenes Programm im Internet veröffentlichen. Wer nicht so viel mit Fummelei und Gepuzzle am Hut hat, dem wird mit einer Schnellstartanleitung geholfen: Keine Bange haben, Kamera nehmen, filmen, auf den Rechner kopieren, online stellen.

Bombenstory

Dem Boingboing-Blog von gestern entnehmen wir eine seltsam zartbittere Highschool-Geschichte aus Pennsylvania, die sich schon Mitte März zugetragen haben soll. Zwölf Tage lang wurde dort ein 15-Jähriger eingesperrt, weil man ihn als Urheber einer nachts auf dem Anrufbeantworter der Hempfield Area High School hinterlassenen Bombendrohung überführt zu haben glaubte – seine Nummer tauchte zur fraglichen Uhrzeit in der Anruferliste auf. Tatsächlich habe er um kurz nach drei Uhr morgens die Schulhotline angerufen, aber nur Infos vom Band abgehört, beteuerte er seine Unschuld. Schließlich kam man darauf, dass in den USA in der fraglichen Nacht die Uhren um eine Stunde vor auf Sommerzeit umgestellt wurden, was man bei der Telefonanlage der Schule leider zu tun versäumt hatte. Die Bombendrohung wurde demnach erst eine Stunde nach dem Anruf des Schülers auf Band gesprochen. Die Vorwürfe gegen ihn ließ man fallen und ihn wieder frei. Eine Bombe gab es nicht.

Stromsparfarben

Eine weitere, bedeutende Facette in der Diskussion um effizienteren Energieverbrauch entnahmen wir gestern endlich dem Boingboing-Blog: Für die Darstellung mancher Farben verbrauchen Röhrenmonitore mehr Strom als für andere. Am geringsten soll der Stromverbrauch für Rostrot, Blaugrau, Jägergrün, Kobaltfarben und Schwarz sein. Mehr noch: Wäre Googles Startseite nicht weiß, sondern schwarz, würde dies angeblich jährlich weltweit 750 Megawattstunden einsparen helfen. Es gibt also viel zu tun. Packen wir's an.

Was wurde eigentlich aus Bill Wyman?

Bill Wyman war über 30 Jahre lang Bassist der Rolling Stones, stieg dann vor ein paar Jahren aus und wurde Hobbyarchäologe. England, sagt er, ist gespickt mit altem, vergrabenen Kram. Mit römischen Münzen und zerdrückten Bechern zum Beispiel. Und so beschäftigt er sich heute mit der Schatzsuche, präsentiert stolz seine Lieblingsfunde und verkauft uns auf seiner Webseite sogar einen selbst entwickelten Metalldetektor. Der wäre doch etwas für den nächsten Strandurlaub: Damit findet jeder seine Autoschlüssel ganz sicher wieder, bevor die Flut kommt.

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