Netzwelt-Ticker Internet, Dein Ende ist nah!

Wir haben es immer geahnt: Böse, böse Telekommunikations-Konzerne planen, aus dem herrlichen Freiraum des Webs eine kostenpflichtige Kommerzzone zu machen, in der jeder Klick Geld kostet. Derweil verhökern böse Russen Sicherheitslücken und die Indianer protestieren gegen Indianerspiele.


Das Ende des Internet

Frei, kostenlos, offen für jeden - das Internet ist eine Oase. Doch das amerikanische Wochenmagazine "The Nation" sieht das Ende des Internet dräuen. Der Grund: Die großen amerikanischen Telekommunikations-Unternehmen wollen aus dem öffentlichen Netz der Netze ein von Firmen kontrolliertes Angebot machen, bei dem praktisch jede Online-Bewegung etwas kostet und unliebsame Stimmen unterdrückt werden.

Netzweltuntergang: Ist das Web-Armageddon nah?
[M] DPA/SPIEGEL ONLINE

Netzweltuntergang: Ist das Web-Armageddon nah?

Klingt absurd? Das Center for Digital Democracy hat interne Pläne der großen Breitband-Anbieter gesammelt, die die Umstrukturierung des Netzes vorzeichnen. Natürlich ist die Gegenseite längst in Stellung gegangen und fordert eine verbriefte Neutralität des Netzes. Dem Autor des "Nation"-Artikels und vielen Kritikern geht das aber nicht weit genug - Kommunikation an sich würde gerade fundamentale Veränderungen durchmachen, die ganz andere Ansätze erforderlich machten. Sehr lesenswert!

Games 2.0 - Spiele von morgen

Für Sims-Erfinder Will Wright und Microsofts J. Allard ist die Sache klar: Interaktiv ist nicht interaktiv genug. Was Spiele heute bieten, macht zwar Spaß, aber der User will noch weiter eingreifen. Nicht nur Held sein, sondern auch Regisseur und Producer, das berichtet Zdnet.com im Anschluss zur Entertainment Gathering Convention. Was einst mit Auto-Tuning und Klamottenwahl der Spielfiguren begann, ist heute längst ein eigenständiges Spielprinzip: Customizing. Im Megahit "Die Sims" kann man jedes noch so kleine Detail des Charakters verändern. Doch nicht genug - Wright und Allard sehen eine Zeit der großen Veränderung voraus. Zukünftig könne man komplette Spielinhalte als Spieler neu erstellen. Gibt's allerdings alles schon: Second Life ist ein erfolgreiches Computerspiel, in dem der Spieler seine eigene Welt programmieren kann. Mehr Gedanken zu Games 2.0 in Benjamin Birkenhakes Blog D-Frag.de.

Sicherheitslücke von Russen für 4000 Dollar verhökert

Das vor wenigen Tagen entdeckte Sicherheitsloch in Windows Media Files wurde scheinbar von russischen Hackern zu Geld gemacht. Für 4000 Dollar, so zitiert Techweb den Viren-Experte Alexander Gostev, haben zwei oder drei russische Hacker-Gruppen einen Exploit, also ein Programm, das von einem Sicherheitsloch Gebrauch macht, verkauft. Der WMF-Eploit sorgte für großes Aufsehen, da er einen uralten Windows-Befehl ausnutzt, der nur noch aus Kompatibilitätsgründen in aktuellen Windows-Versionen mitgeführt wird - und die Anleitung zum Exploit praktisch jahrelang in der Anleitung zur Windows Programmierschnittstelle beschrieben wurde...

Amerikanische Ureinwohner gegen GUN

Auf Boycottgun.com ruft die Association for American Indian Development zum Boykott gegen das Videospiel "GUN" auf. Das Actionspiel, im klassischen Wilden Westen angesiedelt, zeige auf herabwürdigende und stereotype Weise die amerikanischen Ureinwohner und stelle deren Gebräuche und Geschichte verzerrt und falsch dar. Activision, der Publisher des Spiels, reagierte nun auf die Vorwürfe und entschuldigte sich im Namen aller Medien: Niemand habe beabsichtigt, die amerikanischen Ureinwohner herabzuwürdigen. Eine kurze Geschichte der Indianer-Diskriminierung im Videospiel auf Gamergod.com erhellt die ganze Geschichte...

Austragen oder nicht austragen?

Spam überflutet den Posteingang, Viagra, Brustvergrößerung, nigerianische Vermögen...

Doch es gibt auch die anderen Spammer, die Guten nämlich. Die schreiben am Ende ihrer Mail: Falls Sie diese Mails nicht mehr erhalten wollen, tragen sie sich bitte "hier" (und das ist natürlich ein Link) aus. Doch darf man da wirklich drauf klicken oder setzt man sich dadurch nur noch mehr Spam aus? Interessante und gute Tipps zum Thema "Spam abmelden" bietet nun ein neuer Eintrag auf itmanagement.earthweb.com. Die kurze Zusammenfassung: Niemals machen - ohne zuvor auf den Seiten von Lashback.com zu überprüfen, was nach dem Abmelde-Klick in einer spezifischen Mail passiert.

Hält der Computer, was der Verkäufer verspricht?

Der neue Rechner steht am Platz - das klingt nach besseren Zeiten! Doch hat man auch tatsächlich das bekommen, was man für teures Geld erstanden hat? Wie will man das nur nachprüfen ohne Ausbildung zum Computer-Fachmann? Eine einsteigerfreundliche Anleitung zur kritischen Analyse für Jedermann , hat Hardwaresecrets.com veröffentlicht. Schritt für Schritt wird dort erklärt, wie man die einzelnen Komponenten auf Qualität, Vollständigkeit und Richtigkeit prüft.

Trinkfreudige Aussies

Noch einen halben Tag Zeit haben Sie, wenn Sie doch noch zuschlagen und ein Saufwochenende mit den "4 Blokes" aus Sydney ersteigern wollen. Nach wie vor steht die Spaß-Auktion unter medialer Dauerbeobachtung und zieht auch deshalb Spaßbieter in Massen an. Doch siehe da: So verrückt die Auktion auch sein mag, so anarchisch der australische Humor, der sich in den Postings zur Auktion offenbart - wenn es um die Rechnung geht, zeigen sich die "Aussies" viel vernünftiger als hiesige Auktions-Zocker. Findet sich in den USA und hierzulande noch für jede beknackte Auktion ein pekuniär überausgestatteter Publicity-Süchtiger, der bereit ist, fünfstellige Beträge auf den Tisch zu legen, wissen Aussies offenbar, dass der Wert solcher Auktionen begrenzt ist. Zwar erreichte die Spaßauktion zwischenzeitlich Gebote bis zu 45 Millionen australische Dollar, ist mittlerweile aber wieder auf vergleichsweise bescheidene 1300 Dollar zusammen geschnurrt. Als Gegenleistung für "ein paar Bier, ein paar Würstchen, Lacher satt und Freundschaft für ein Wochenende" ist das immer noch ein satter Preis.

Leertaste errät Ohrwurm

Und zu guterletzt - der Songtapper! Wer kennt das nicht: der Ohrwurm geht nicht mehr weg. Aber da man weder den Text mitsingen kann, noch sich an irgendetwas anderes als die Melodie erinnern kann, gibt es keine Abhilfe. Doch da springt der Songtapper ein: Aus 10.896 Songs erkennt er den Ohrwurm am Leertastengeklapper. Das Ohrwurmopfer muss einfach die Silben (selbst wenn man sich nicht mehr an den Text erinnert) mehr oder weniger genau per Leertaste mittippen, der Songtapper stellt dann eine kleine Liste von möglichen Songs zusammen. Und oh Wunder: das klappt ganz erstaunlich gut! Und was der Songtapper nicht kennt, das kann man ihm einfach beibringen. Laut Singen und Mitklicken, die Arbeitskollegen werden sich freuen...

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