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Netzwelt-Ticker: Sony attackiert YouTube

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Myspace kommt nach China, YouTube bekommt mächtige Konkurrenz in Japan, die NASA ärgert Microsoft und eine Photoshop-Lücke ängstigt die Anwender - große Namen und ein paar schlechte Nachrichten im Netzwelt-Überblick.

Sony startet Videoplattform als YouTube-Konkurrenz

Japan-YouTube eyeVio: Sonys Einstieg ins Online-Videogeschäft

Japan-YouTube eyeVio: Sonys Einstieg ins Online-Videogeschäft

In Japan hat Sony ein Videoportal eröffnet, das dem Platzhirschen YouTube ordentlich einheizen soll, meldet Reuters. Das Portal mit dem Namen "eyeVio"wird zunächst nur im Testbetrieb laufen, um die bei solchen Projekten üblichen Kinderkrankheiten auszumerzen und Kundenreaktionen einzusammeln. Anders als bei YouTube setzen die Japaner sehr viel stärker auf Kontrolle. So soll das Hochladen illegaler Inhalte vermieden werden. Überdies erhalten die Anwender umfassende Möglichkeiten, ihre Videos zu verwalten. Sie können festlegen, wer welche Clips sehen darf, wie häufig und bis zu welchem Zeitpunkt. Nach dem Überstehen der Betaphase soll der Dienst auch weltweit angeboten werden und einst durch Werbung auch Geld hereinbringen.

MySpace startet in China

Heute ist in China eine Beta-Version des Kumpel-Portals MySpace gestartet. Offenbar betreibt ein chinesisches Unternehmen die Website als Lizenznehmer oder Tochterfirma der US-Muttergesellschaft. Die Besitzverhältnisse sind unklar, MySpace hat sich dazu nicht geäußert, nur bestätigt, dass die chinesische Seite unterstützt wird. Die Nachrichtenagentur AP meldet, an MySpace China sei unter anderem ein chinesischer Investmentfond beteiligt. Myspace China muss sich auf einem großen, aber hart umkämpften Markt durchsetzen: 137 Millionen Chinesen sind online, das größte chinesische Kumpel-Portal WangYou.com hat nach eigenen Angaben elf Millionen Mitglieder. Und Myspace China hat einen schlechten Start: Aus Deutschland war die Seite am Freitagabend nicht zu erreichen.

YouTube bald mit Reklame

Da ist die Konkurrenz von nebenan schon wesentlich weiter. Dass die Rieseninvestition von 1,6 Milliarden Dollar sich irgendwie rentieren muss, war klar, sonst hätte Google nicht soviel Geld über den Tresen gereicht. Nun versucht man es mit Werbung. Das ist nicht besonders originell, war aber zu erwarten. Das Google Watchblog berichtet, dass demnächst in "höherwertige YouTube-Videos" Reklameschnipsel mit eingebunden werden sollen. Wie genau das aussehen wird, steht noch in den Sternen, schließlich will man die geneigte Kundschaft ja nicht vertreiben. Zunächst werden die Spots nur in den Videos sogenannter "Pemium Content User" angezeigt, die daran auch mitverdienen sollen.

Playstation 3 mit USB-Kamera

Die PS3 bekommt Augen. Was das Vorgängermodell PS2 mit dem "Eye Toy" konnte, wird ab dem Sommer auch mit einer kleinen Webcam mit USB-Anschluss möglich sein, wie Golem berichtet. Das "Playstation Eye" schafft bei geringer Auflösung (320x240 Pixel) 120 Bilder pro Sekunde. Das ist vor allem für die Spiele wichtig, bei denen es darauf ankommt, die Bewegungen des Mitspielers zu erfassen. Im Normalbetrieb, bei der Aufnahme von Videos mit 640x480 Pixeln, schafft das Gerät immer noch 60 Bilder in der Sekunde. Damit ist die Kamera doppelt so leistungsfähig wie ihre Vorgängerin. Die Digicam, die auch bei schummerigen Lichtverhältnissen noch gut arbeiten soll, nimmt Bilder ab einer Entfernung von 25 cm scharf auf. Mit dem eingebauten Vierkanal-Mikrofon kann die Position des Sprechers genauer bestimmt werden.

SIM-Karte mit GPS-Technologie

Handy geklaut? Kein Problem, es wiederzufinden, schließlich ist im Gerät ja ein GPS-Empfänger vorhanden. Zumindest in den etwas teureren Modellen. Doch auch Otto Normalverbraucher kann sich bald Hoffnungen machen, immer darüber im Bilde zu sein, wo das Mobiltelefon gerade abgeblieben ist. Wie Winfuture berichtet, hat ein Unternehmen namens Blue Sky Positioning eine modifizierte SIM-Karte vorgestellt, die einen GPS-Empfänger inklusive Antenne enthält und wie bisher ganz normal auf den Steckplatz im Handy passt. Derzeit gibt es nur Prototypen, aber schon im Sommer soll mit der Produktion begonnen werden.

NASA: Keine Lust auf Vista

Eine ganze Reihe von Unternehmen und Behörden ist immer noch unschlüssig, wann der beste Zeitpunkt gekommen ist, die im Betrieb vorhandenen Rechner vom alten XP aufs neue Windows Vista umzustellen. Dazu gehört laut einem Bericht von Silicon.de auch die Nasa. Die amerikanische Raumfahrtbehörde teilte mit, ein Wechsel zum neuen Betriebssystem stehe frühesten 2008 an, man sei nicht gewillt, die Migration ihrer immerhin 60.000 PC-Arbeitsplätze auf ein erst fünf Monate altes System vorzunehmen. Die Behörde warte vor einem solchen Wechsel grundsätzlich das erste Service Pack ab. Und da liegt das Problem: Microsoft hat bisher keinerlei Angaben gemacht, wann mit einem Vista-SP1 zu rechnen sein wird. Es bleibt der Nasa also genug Zeit, um in aller Ruhe die Vista-Kompatibilität aller derzeit laufenden Anwendungen zu überprüfen.

Sicherheitsleck in Photoshop

Offensichtlich hat es jetzt auch Photoshop erwischt: Der Klassiker unter den Grafikprogrammen hat ein Sicherheitsproblem. Testticker.de berichtet von einem manipulativen Code, der von gewieften Programmierern in harmlosen Bitmap-Dateien versteckt werden und der sich im betroffenen Rechner dann selbständig machen könne. Nicht nur normale Bitmaps, auch Bilder in den Formaten .dib oder .rle könnten, kaum mit Photoshop geöffnet, den eigenen Rechner für ferngesteuerte Aktionen anfällig machen, und das gelte nicht nur für ältere Programmversionen, sondern auch für das neue Photoshop CS3. Ein Patch von Adobe sei bislang nicht verfügbar.

Misstrauen fördert Raubkopien

Mit dieser Schlagzeile fasst Variety.com die Ergebnisse einer Untersuchung der PR-Agentur Edelman zusammen, die sich mit der Motivation befasste, Tauschbörsen zu nutzen. An erster Stelle stünde das Misstrauen gegenüber der Unterhaltungsindustrie, was immerhin ein Viertel der Befragten 18 bis 34-jährigen als Hauptgrund für illegales Downloaden angaben. Der Eindruck sei weitverbreitet, man bekäme als Konsument nicht das dem Wert des bezahlten Geldes Entsprechende zurück, würde also zu gut deutsch übers Ohr gehauen. Da hat die Unterhaltungsbranche also noch viel Überzeugungsarbeit vor sich.

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