Neuer MP3-Player: Apple verändert die Welt (doch noch) nicht

Was hat es gebrodelt in der Gerüchteküche. Apple selbst hatte Gerüchte über eine "revolutionäre Neuerung" angeheizt. Stattdessen stellte das Unternehmen nun einen MP3-Player vor - wenn auch offenbar einen Guten.

Klein, flach, iPOd: Steve Jobs präsentierte die heiß erwartete "revolutionäre digitale Vorrichtung"
AP

Klein, flach, iPOd: Steve Jobs präsentierte die heiß erwartete "revolutionäre digitale Vorrichtung"

Ginger, raunte es in Fan-Kreisen, könnte hinter der Ankündigung stecken. Jenes mysteriöse Ding, dass alles kann, die Welt verändern wird und von dem keiner weiß, was es überhaupt sein soll. Ein Apple-PDA, gerüchtelte die "Financial Times", werde am Dienstag vorgestellt. Nur "Wired" hatte die Nase im Wind: In der Nacht von Sonntag zu Montag meldete der Newsdienst, Apple habe nicht mehr, aber auch nicht weniger als einen MP3-Player in petto.

"iPod", meldete "Wired", werde das Ding heißen - und bewies einmal mehr, dass seine Redakteure sich darauf verstehen, an den richtigen Abenden mit den richtigen Leuten einen zu heben. Dienstag abend (aus europäischer Sicht) war es dann soweit: "iPod" wurde der Fan-Gemeinde offiziell vorgestellt.

Der wird wohl kaum die Welt verändern, und eine "revolutionäre digitale Vorrichtung" ist als Attribut für die kleine Dudelkiste vielleicht auch ein wenig hoch gegriffen. Doch ein MP3-Player von der Stange ist der iPod auch nicht gerade.

Bis zu 1000 MP3-Dateien könne iPod in seinem fünf Gigabyte großen Speicher ablegen, teilte Apple bei der Präsentation im kalifornischen Cupertino mit. "So kann man immer seine gesamte Musiksammlung bei sich haben", sagte Apple-Chef Steve Jobs. Ab dem 10. November sollen die kleinen Geräte in den Regalen liegen - und Apple ordentlich Geld bringen.

Denn das hat die Firma, wie alle im arg gebeutelten Computergeschäft, derzeit bitter nötig: Die letzten vorgelegten Quartalszahlen waren alles andere als rosig. Der iPod erscheint Analysten da als durchaus geglückter Griff: Das kleine Gerät habe durchaus das Potenzial, sich zu einer kleinen Geldkuh zu entwickeln.

Denn - man kennt das - für Dinge, die klein, flach und nützlich sind, darf man tief in die Tasche greifen. 399 Dollar wird die Dudelbox kosten, rund 875 Mark. Damit dürfte, kommentierten Analysten, ein iPod dem Unternehmen soviel Profit bringen, wie sonst ein verkauftes 1000 Dollar-Notebook.

Steve Jobs machte klar, dass die Kunden dafür auch etwas bekommen. Tatsächlich scheint der iPod technisch die Nase vor der gesamten Konkurrenz zu haben. Eine komplette CD könne innerhalb von 10 Sekunden auf den "iPod" geladen werden, hieß weiter auf der Präsentation. "Das wird in diesem Weihnachtsgeschäft das heißeste Geschenk für jeden Apple-Nutzer", sagte Jobs. Mit der Neuentwicklung treibe Apple die Strategie des "digitalen Lifestyles" voran.

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