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Newsfeeds: Mit RSS immer auf dem Laufenden

RSS-Feeds gehören längst zu den wichtigsten Verbreitungswegen für Nachrichten im Internet. Sie sind das bevorzugte Werkzeug der Tech-Heads und News-Junkies. Jetzt eröffnen neue Techniken die Welt der Feeds für jeden Web-Nutzer.

Wer Neuigkeiten auf mehr als einer Handvoll Internetseiten gleichzeitig verfolgen will, verliert schnell die Übersicht. Mit einer Technik namens RSS wird es hingegen zum Kinderspiel. Bislang war das eher ein Insidertipp. Auch die aktuelle Version des Internet Explorer und Microsofts neues Betriebssystem Windows Vista unterstützen das Datenformat. Dadurch erreiche es nun Nutzer, die sich sonst nicht damit beschäftigen würden, sagt Thomas Gigold, Betreiber der Website rss-blog.de. "Das wird diesem Format noch einmal einen erheblichen Schub geben."

Besonders bequem: Der speziell SPIEGEL-ONLINE-News abfragende RSS-Client (siehe Linkverzeichnis)
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Entwickelt wurde RSS ursprünglich von Netscape. Einer breiteren Nutzerschaft bekannt gemacht haben es aber erst die Weblogs. Diese speziellen Internetseiten sind auf häufige Aktualisierungen ausgelegt und können von einem Online-Tagebuch über tägliche Linktipps bis hin zu Fachartikeln und Nachrichten vieles enthalten.

Wer jeden Tag bei allen interessanten Weblogs nach neuen Artikeln schauen wollte, hätte viel zu tun. Hier hilft RSS: "Das Format erlaubt es, Inhalte maschinenlesbar ins Netz zu stellen", sagt Jörg Kantel, Autor des Buchs "RSS & Atom - kurz & gut". Durch den standardisierten Aufbau der RSS-Dateien wissen Computer genau, was von den Inhalten die Überschrift ist, was der Text und was der Link zum Artikel. Der Vorteil: Diese Inhalte lassen sich dadurch sehr flexibel nutzen.

Webseiten-Betreiber stellen eine Datei im RSS-Format online und führen darin beispielsweise die zehn neuesten Artikel auf. Der sogenannte RSS-Feed enthält bisweilen nur die Überschriften sowie die Links zu den jeweiligen Texten, oftmals auch eine Zusammenfassung oder sogar den kompletten Inhalt der neuen Beiträge. Internetnutzer können diese Feeds automatisch nach Aktualisierungen durchsuchen lassen. Ein Hilfsmittel dafür sind RSS-Reader, die meist einer E-Mail-Software ähnlich sehen. Sie kontrollieren in regelmäßigen Abständen die abonnierten Inhalte. Den Text zeigen sie in der Regel samt Bildern und weiterer Inhalte an, sofern mitgeliefert.

Ein Beispiel dafür unter Windows ist der Feedreader (feedreader.com). Eine Übersicht zu solchen Programmen findet sich unter anderem hier: rss-verzeichnis.de/rss-reader.php. "RSS-Reader sind für die intensive Nutzung die erste Wahl", rät Gigold. Eine Alternative sei die Online-Variante eines solchen Programms. Dienste wie der Google Reader unter google.de/reader oder Bloglines unter bloglines.com bieten einen ähnlichen Komfort. Zusätzliches Plus: Der Nutzer kann von jedem Computer mit Internetzugang aus auf seine Feeds zugreifen. Bloglines bietet außerdem die Möglichkeit, weitere Feeds zu finden, die thematisch zu den eigenen passen.

Wer aber nur einmal in die RSS-Welt hineinschnuppern will, findet in den aktuellen Browser-Versionen bereits alle notwendigen Funktionen. Der Mozilla Firefox verarbeitet RSS-Feeds als "dynamische Lesezeichen". Im entsprechenden Menü finden sich alle beobachteten Seiten, in deren Untermenüs die jeweiligen Artikelüberschriften.

Hier ist allerdings nicht erkennbar, welche Artikel neu sind und es gibt keine Vorschau des Inhalts. Komfortabler wird es durch eine Erweiterung ("Extension") namens Sage, die unter http://sage.mozdev.org kostenlos heruntergeladen werden kann. Dann zeigt der Firefox die abonnierten Feeds und die Artikel im Browserfenster an. Ähnlich ist die Ansicht auch im aktuellen Internet Explorer 7 strukturiert.

Eine weitere Möglichkeit eröffnen "Gadgets". Zu diesen kleinen Helfern unter Windows Vista gehört auch ein einfacher RSS-Reader, der die im Internet Explorer gespeicherten Feeds auf dem Desktop anzeigt.

Weitere Gadgets mit RSS-Funktionen finden sich beispielsweise unter microsoftgadgets.de. Ob eine Website RSS anbietet, ist bei einem modernen Browser an einem RSS-Symbol erkennbar, das in der Adressleiste erscheint. Ein Klick darauf genügt, um den Feed zu abonnieren.

Falls das Symbol allerdings trotz bestehendem RSS-Angebot nicht angezeigt wird, hilft es, den angezeigten Link zu kopieren und manuell im Reader zu speichern. Unter Windows funktioniert das Kopieren mit einem Rechtsklick auf den Link und der Auswahl "Link kopieren". Aber längst noch nicht jede Website bietet diesen Informationsweg. Neben den Weblogs sind es derzeit vor allem Nachrichtenseiten. Einen Überblick zu RSS-Feeds findet sich beispielsweise unter rss-verzeichnis.de oder rss-scout.de. Zu fast jedem Thema gibt es hier einen passenden Nachrichtenticker.

Die inhaltlichen Möglichkeiten des Formats RSS sind aber noch nicht ausgereizt, sagt Kantel. Shops könnten darüber Preisinformationen verbreiten, Firmen über neue Produkte informieren oder eine Softwareschmiede auf Updates hinweisen. Und es müssen nicht immer nur Texte sein, das ist spätestens seit dem Boom der Podcasts klar. Bei diesen Audio- und Video-Weblogs werden per RSS keine Artikel und Bilder verbreitet, sondern Ton- und Filmdateien. Auch andere Dokumente ließen sich theoretisch mit diesem Format verbreiten. "Das Format ist über seine ursprüngliche Bedeutung hinausgewachsen."

Jan Tißler, ddp

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