Peinlich: Webadresse auf Kinder-T-Shirt führt zu Porno-Site

Für das Bekleidungshaus C&A wurde ein Gag zu einer peinlichen Panne. Das Unternehmen verkaufte Kinder-T-Shirts mit einer aufgedruckten Internet-Phantasie-Adresse. Doch hinter der URL verbirgt sich eine Porno-Site.

Peinlich berührt: C&A
DPA

Peinlich berührt: C&A

Düsseldorf - "Das ist eine Riesensauerei, ein unglaublicher Vorgang", sagte C&A-Sprecher Thorsten Rolfes. Der Konzern ermittle deswegen intern und bereite eine Strafanzeige vor. Die T-Shirts seien aus dem Verkauf genommen worden.

Doch C&A wollte die Angelegenheit offenbar erst unter den Teppich kehren. Bereits am 21. Juli 2000 ist der Konzern von Kinderschutzverbänden auf die Panne aufmerksam gemacht worden. Laut des Betreibers der Internetseite Argh-Faktor.de sagte C&A-Deutschlandchef Dominic Brenninkmeyer: "In enger Abstimmung mit der Kinderschutz-Organisation, die uns erstmalig darauf aufmerksam machte, entschloß sich C&A seinerzeit, die Angelegenheit zum Schutz der Kinder vertraulich zu behandeln."

Die T-Shirts seien nur ein bis zwei Tage nach Lieferung sofort aus den Läden genommen worden, so C&A. Nur "ein paar hundert Stück" seien in der Zwischenzeit verkauft worden. Allerdings seien offenbar einzelne Stücke in Läden hängen geblieben. Dadurch sei im August ein Vater in Leipzig an ein T-Shirt und damit an die anstößige Webadresse geraten. Der Vater wendete sich an Argh-Faktor.de.

Brenninkmeyer bezeichnete den Vorfall als "unfassbare Sauerei" und betonte: "Das hätten die Verantwortlichen merken müssen." Diese seien "nicht mehr im Unternehmen", erklärte Rolfes. Das Unternehmen tue alles, um den Schaden wieder gut zu machen. Die Vorfälle würden "intern massive Konsequenzen nach sich ziehen". Verunsicherte Kunden könnten verdächtige T-Shirts zu C&A zurückbringen. Sie erhielten als Entschuldigung und für den Aufwand einen Warengutschein über 50 Mark, "wohl wissend, dass das den Schaden nicht gutmacht".

Bei der Produktion der Kleidungsstücke habe die Verknüpfung der aufgedruckten Webadresse mit einer Porno-Seite noch nicht bestanden, versicherte C&A-Sprecher Rolfes. Erst später sei offenbar eine automatische Weiterleitung von der aufgedruckten Adresse zu einer Hardcore-Site mit homosexuellen Inhalt hergestellt worden.

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