Robocup 2005 Fußball-WM der Roboter

In Osaka hat die diesjährige Weltmeisterschaft im Roboterfußball, der Robocup 2005 begonnen. Bis 2050 wollen die Roboter-Fußballer ein menschliches Nationalteam auf dem Rasen schlagen. Bis dahin müssen die kybernetischen Kicker nicht nur besser werden, sondern auch noch kräftig wachsen.


Der RoboCup 2005 findet in diesem Jahr vom 13. bis 17. Juli in Osaka, Japan, statt
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Der RoboCup 2005 findet in diesem Jahr vom 13. bis 17. Juli in Osaka, Japan, statt

Noch sind die beim Publikum populärsten Spieler beim Roboter-Fußball Hunde: Immer, wenn sich die Aibos in der einst von Sony initiierten "Four-Legged Robot League" zum Match gegenüber stehen, glänzen ringsum Mädchen- und Manageraugen. Die spannenste Entwicklung der letzten Jahre war jedoch die Einführung der "Humanoid League", die genau das nicht ist: Hier spielen nicht Menschen, sondern Menschenähnliche.

Keine Frage, der Trend im Roboterfußball geht hin zu zweibeinigen Maschinen - und das, obwohl es den schon so äußerst anspruchsvollen Aufgaben der Konstrukteure und Programmierer noch weitere massive Probleme hinzufügt.

Denn natürlich geht es beim Robocup nicht wirklich um Fußball, um Spiel oder Sport. Der Grundgedanke hinter der seit 1997 ausgetragenen Roboter-Meisterschaft war es, die Entwicklung autonom agierender Robotersysteme zu forcieren. Was hätte da ein besserer Antrieb sein können, als im sportlichen Wettkampf miteinander die komplexe Aufgabe zu bewältigen, seine Robotermannschaft möglichst oft einen Ball ins gegnerische Tor befördern zu lassen?

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Robocup 2005: Na, da laufen sie ja!

Anfangs ein rein "akademisches" Event, bis heute begleitet von Konferenzen und Symposien, mausert sich der Robocup immer mehr auch zu einem beliebten Publikumsspektakel.

Noch nie wurde dem Publikum dabei so viel geboten wie bei der diesjährigen Robotermeisterschaft in Osaka: Entwicklerteams aus 35 Nationen sind vor Ort, und neben Japan, China, Iran und den USA werden auch den deutschen Mannschaften beste Chancen auf Titel eingeräumt.

Von denen gibt es nämlich mehrere: Robocup-Champion kann man in der "Small Size League", in der "Middle Size League", der "Four legged League" und der "Humaoid League" werden - und nicht zu vergessen in der "Simulation League". Dort treffen die Programmierer aufeinander, die ihre Programme als autonome Systeme auf den rein virtuellen Rasen lassen. Mit "Computerspielen" hat das nichts mehr zu tun: Hier erfolgen die Spielzüge so schnell, dass ein menschlicher Gegner längst chancenlos wäre.

Auf dem "Rasen" sieht das noch anders aus: Die größten Spieler der "Humanoid League" wären gerade groß genug für die oft als "Pampers-Liga" diffamierte Bambini-Klasse. Noch aber sind menschliche Fünfjährige deutlich schneller und ballsicherer. Aber bis 2050 ist ja auch noch Zeit: Was ein Klinsmann in zwei Jahren hinstellen will, müssen die Konstrukteure erst in 45 Jahren schaffen.



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