Sicherheit Abhörsichere Handys sollen moderner werden

Unhandliche Geheim-Handys: Noch bedeutet abhörsicher bei den Mobiltelefonen von Bundesbeamten meistens auch sperrig und schwer bedienbar. Das könnte längst anders sein, wenn die deutsche Bürokratie nicht wäre.


Ab Oktober sollen Mitarbeiter der Bundesverwaltung moderne, abhörsichere Handys bekommen. Ziel sei die sichere mobile Kommunikation bis zur Geheimhaltungsstufe "Verschlusssache - Nur für den Dienstgebrauch". Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Gisela Piltz hervor.

Die innenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion wollte wissen, warum die Regierung noch keine Aufträge für die Anschaffung sogenannter Krypto-Handys vergeben hat, obwohl dafür zehn Millionen Euro aus dem IT-Investitionsprogramm des Konjunkturpakets zur Verfügung stünden. "Ich finde es unverantwortlich, in diesem wichtigen Sicherheitsbereich Investitionen zu verschleppen", kritisiert Piltz.

Die Bundesregierung verweist in ihrer Antwort auf die "technische Komplexität" und die "Vielzahl der notwendigen Abstimmungsprozesse". So sei noch nicht sichergestellt, dass die neuen Geräte mit allen bereits vorhandenen Apparaten in Behörden mit Sicherheitsaufgaben kommunizieren könnten. Zurzeit werden laut Bundesregierung insgesamt hundert neue Geräte in verschiedenen Bundesbehörden unter anderem auf ihre "Funktionalitäten" getestet.

Das scheint auch nötig: Nach Auskunft des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) setzt der Bund bislang veraltete sperrige und schwer zu bedienende Modelle ein. "Die werden von den Mitarbeitern nicht so gerne benutzt", so BSI-Sprecher Matthias Gärtner.

Andrea Brandt



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