Sicherheitslücke Erster Windows-Vista-Virus aufgetaucht

Im nächsten Jahr soll das neue Windows in die Läden kommen, doch schon jetzt existieren Schädlinge, die Vista aus dem Tritt bringen könnten. Sie zielen auf ein Programm des Betriebssystems, von dem noch nicht feststeht, ob es tatsächlich mit Vista ausgeliefert wird.


Windows Vista: Schädlinge in Sicht?

Windows Vista: Schädlinge in Sicht?

Das sind Nachrichten, wie man sie in Redmond nur ungern hört. Ein Programmierer aus Österreich hat fünf Viren vorgestellt, die eine Lücke im kommenden Betriebssystem Windows Vista ausnutzen. Nach Angaben der Sicherheitsfirma F-Secure zielen die Viren auf die neue Microsoft Command Shell (MSH), ein Kommandozeileninterface, das die bisherigen Dos-Fenster zur Eingabe von Skripten oder Befehlen ersetzen soll.

Wie die finnische Firma F-Secure mitteilte, handelt es sich bei den fünf Schädlingen mit dem Namen Danom um so genannte Proof-of-Concept-Viren. Sie verursachten nur geringe Schäden, könnten jedoch modifiziert werden, erklärte Firmenchef Mikko Hypponen. "Der Fall ist historisch interessant, weil es sich um die ersten Viren für eine völlig neue Plattform handelt."

Noch steht allerdings nicht fest, ob das MSH, auf das die Viren zielen, tatsächlich Bestandteil von Windows Vista sein wird. "Es gab zuletzt Gerüchte, das MSH nicht mit Vista ausgeliefert wird", erklärte Hypponen.

Von Microsoft-Seite hieß es, es bestehe zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Gefahr für Kunden.

MSH gehört nicht zum Lieferumfang von Windows Vista Beta, der Testversion des Betriebssystems, die Microsoft vor einer Woche einem eingeschränkten Benutzerkreis zur Verfügung gestellt hat. Offenbar haben die Betatester jedoch auch Zugriff auf MSH.

Insgesamt 500.000 Programmierer und IT-Experten nehmen derzeit die Beta-Ausgabe von Vista unter die Lupe. In ersten Berichten heißt es, die Oberfläche habe ein Mac-ähnliches "Look and Feel". Deutlich verbessert worden sei auch die Suchfunktion.

Vor allem an der Erhöhung der Sicherheit haben die Microsoft-Programmierer viel gearbeitet, deshalb dürfte die Meldung von den ersten Vista-Viren besonders schmerzen.

Die bisherigen Windows-Versionen waren vor allem wegen ihrer Sicherheitsmängel immer wieder in die Kritik geraten. In Vista sollen die Rechte zum Installieren und Ausführung von Programmen wesentlich restriktiver gehandhabt werden. Selbst wer als Administrator angemeldet ist, muss sein Passwort eintippen, wenn er etwas installieren oder wichtige Einstellungen am System ändern will.



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