Starthilfe eBay mit Skype-Funktion

Man hat es geahnt: Wenige Monate nachdem eBay den Internettelefonie-Anbieter Skype kaufte, sorgt eBay-Chefin Meg Whitman nun dafür, dass dieser richtig durchstartet. Künftig soll man bei eBay-Auktionen auch fernmündlich nachfragen können.


Die Anfänge der Internet-Telefonie reichen  bis zur Mitte der Neunziger Jahre zurück - richtig erfolgreich war das Konzept, von Rechner zu Rechner kostenlos zu telefonieren, aber nie. Das ändert sich seit einiger Zeit drastisch und könnte durch einen Schachzug von eBay zu einer wahren Telefonie-Revolution werden.

Meg Whitman: Will eBay zum Handelshaus, Finanzdienstleister und "Telefonunternehmen" machen

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Denn eBay möchte seine weltweit 200 Millionen registrierten Kunden gern zu Skype-Nutzern machen. Verwunderlich ist das nicht, schließlich hatte eBay Ende letzten Jahres die astronomische Summe von 2,6 Milliarden Dollar für das Unternehmen bezahlt: So etwas verpflichtet zum Erfolg.

Den hofft eBay nun zu mehren, in dem es eine "Skype Me"-Funktion in seine Online-Auktionen integriert. So sollen Interessent und Verkäufer fernmündlich oder per Skype-Message in Kontakt zueinander treten können. Hilfreich sollte das vor allem im Segment hochpreisiger Waren sein, glaubt eBay-Chefin Meg Whitman.

Bereits ab nächster Woche soll die neue Funktion in 14 Verkaufs-Kategorien angeboten werden - ein Test, der zunächst auf das amerikanische Angebot begrenzt ist.

Mittelfristig jedoch zielt eBay auf eine höchstmögliche Vernetzung seiner drei Hauptgeschäftsfelder: eBay-Auktionen, Paypal-Finanztransaktionen und Skype. Das sich daraus ergebende Geschäftsmodell erklärt sich selbst: Skype bietet neben kostenlosen PC-zu-PC-Gesprächen auch kostenpflichtige Verbindungen vom PC zu normalen Telefonen an.

Telekom: Hinkt wegen der Ex-Tochter hinterher

Die Festnetzsparten der klassischen Telekommunikationsunternehmen leiden seit längerem unter dem zunehmenden Druck durch den Boom der Internet-Telefonie. Zahlreiche Internet-Unternehmen bieten mittlerweile DSL-Telefonielösungen an, für die man nicht einmal mehr einen Rechner braucht. Der Ex-Monopolist und noch immer Branchen-Goliath Telekom hofft, durch die Rückintegration der ehemaligen Tochter T-Online diesen Trend in Deutschland abfangen und attraktivere Angebote machen zu können.

Donnerstag letzter Woche hatte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke angekündigt, unter anderem durch das Anbieten kombinierter Telefonie- und Internet-Lösungen "verlorene Marktanteile" zurückholen zu wollen. Die Reintegration der im Rahmen der Outsourcing-Welle zum Höhepunkt des Dotcom-Booms ausgegliederten und an die Börse gebrachten Unternehmensteile werde sich allerdings noch "Monate hinziehen", stelle Telekom-Vorstand Walter Raizner bei gleicher Gelegenheit klar.

Telekom-Konkurrenten bieten seit langem kombinierte Telefonie- und DSL-Flatrates.

pat/AP/rts



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