Studie Der Sysop, ein Sicherheitsrisiko

Wenn ihr mich entlasst, packe ich ein: Laut einer internationalen Studie würde ein Großteil von IT-Fachkräften bei einer Entlassung brisante oder kommerziell relevante Firmen-Interna mitgehen lassen.


Sysops und Netzwerkverwalter sind heimliche Machthaber jedes Unternehmens: Sie wissen viel über interne Vorgänge, sehen alles, was im Firmennetzwerk geschieht und verfügen über ein Herrschaftswissen, dass sie oft schwer ersetzbar macht. Die vermeintlichen Schrauber und PC-Doktoren, die von Otto-Normalbüroknecht oft nur für Nerds gehalten werden, haben echte Vertrauensstellungen inne.

Nur verdienen sie das durchaus nicht immer. Von 300 befragten Informations- und Kommunikationstechnologie-Experten, behauptet eine Studie, die auf der "European Infosecurity 2008 Conference" vorgestellt wurde, würden angeblich 88 Prozent vertrauliche oder kommerziell verwertbare Daten mitgehen lassen, wenn man sie vor die Tür setzte. Rund ein Drittel der IT-Mächtigen, berichtet der " NZ Herald", schnüffele außerdem im Firmennetzwerk herum, schaue sich Geschäftdaten an, aber auch, was die einzelnen Nutzer des Netzwerks so alles treiben. Firmeninterne Litte Brothers, so zu sagen.

Auf viel Widerstand oder Empörung stieß die Studie bisher nicht. So sei das wohl, und so sehe das wohl überall auf der Welt aus, glaubt der neuseeländische Computer-Forensik- Experte Brian Eardley-Wilmot: "Viele Firmen sind sich des Datenklau-Risikos gar nicht bewusst." Er wisse aus der Praxis, dass wenn Manager einen Datenklau vermuteten, sie in 99 Prozent der Fälle Recht damit hätten.

dsc



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