Supercomputer IBM schlägt Earth Simulator

In der Champions League der Supercomputer kündigt sich Bewegung an: Wenn im November die neue Top-500-Liste erscheint, wird an erster Stelle wohl IBM stehen. "BlueGene/L" ist schon jetzt leistungsfähiger als der bisherige Spitzenreiter "Earth Simulator" - dabei ist der Rechner noch im Aufbau.


Noch ist alles inoffiziell, noch ist die neue Top-500-Liste, die von Forschern an den Universitäten in Mannheim und Tennessee sowie dem Lawrence Berkeley Labor alle sechs Monate aktualisiert wird, nicht veröffentlicht. Die Ingenieure von IBM sind sich ihrer Sache aber schon ziemlich sicher: "BlueGene/L" wird im November den seit drei Jahren führenden Supercomputer "Earth Simulator" entthronen. Der steht bekanntlich in Japan, was den Amerikanern von Big Blue ein Dorn im Auge war: Sie dominierten den wichtigen Markt schließlich Jahrzehnte lang.

Jetzt holt sich IBM den Titel zurück. Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, kommt der noch im Bau befindliche Computer BlueGene/L inzwischen schon auf 36 Teraflops (Billionen Berechnungen pro Sekunde). Der bisherige Spitzenreiter, der von NEC gebaute Earth Simulator in Yokohama in Japan schafft 35,86 Teraflops.

Der jetzt aufgestellte Geschwindigkeitsweltrekord stammt von einem mit 16.250 Prozessoren ausgestatteten Prototypen von BlueGene/L, der derzeit in Minnesota von IBM gebaut wird. Der endgültige Computer BlueGene/L soll im kommenden Jahr im Lawrence Livermore Labor in Betrieb genommen werden und 130.000 Prozessoren haben. Er soll dort unter anderem für die Grundlagenforschung, für astrophysikalische und kosmologische Berechnungen eingesetzt werden.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.