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Theorie der Bildfälschung: Wenn Montagen manipulieren

Kaum jemand kann Fotos so geschickt montieren wie Bildbearbeitungsguru Doc Baumann. In diesem Essay fragt der Experte, in welche Tradition Bildbearbeiter sich stellen, wenn sie ein Bild manipulieren oder aus Versatzstücken ein Composing montieren - und wann sie das überhaupt dürfen.

Gefälschte Fotos stellen unser Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Medien stärker in Frage als Lügen, die wir in Texten finden. Obwohl wir es eigentlich besser wissen sollten, lassen uns sachlich unrichtige Textaussagen oder gesprochene Stellungnahmen die tröstliche Hintertür offen, der Verfasser oder die zitierte Person habe sich einfach geirrt.

War die Unrichtigkeit des Behaupteten allzu schwerwiegend, kosteten also ihre Folgen zu viele Steuergelder und Menschenleben - in dieser Reihenfolge -, werden häufig sogenannte Untersuchungsausschüsse eingesetzt. Die glätten die durchsichtigen Lügen im Interesse irgendwelcher Regierungen, Öl- oder Rüstungskonzerne nachträglich zu verzeihlichen Irrtümern, etwa unzureichendem Informationsfluss zwischen Geheimdiensten.

Der Gipfel der Heuchelei ist erreicht, wenn die politisch Verantwortlichen danach verkünden, sie hätten die entsprechenden Schritte auch dann unternommen, wenn sie seinerzeit bereits gewusst hätten, dass die Argumente falsch waren, die sie damals als vorgeblich ausschlaggebend für ihr Handeln angeführt hatten.

Kurzum, Lügen und Verdrehungen durch Wort und Text sind uns geläufig; nicht zuletzt, weil sich jeder Mensch ihrer in unterschiedlichem Ausmaße gelegentlich bedient. Ein gefälschtes Foto dagegen kann kein Irrtum sein, da immer recht aufwendige Eingriffe notwendig sind, um die dahinter stehende Absicht umzusetzen.

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Bildmontagen: Was ist echt, was montiert?

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