Verkaufsstart: Das iPhone ist gelandet

Orgiastische Szenen zum Verkaufsstart des iPhone in den USA: Überall im Land hatten Fans teils über Tage campiert, um als Erste das Handy des Ex-Computerherstellers in die Hand zu bekommen. Korken dürften auch bei Apple knallen: Zum erfolgreichen Verkaufsstart gab es weltweit kostenlose Werbung.

Am Freitagabend erreichte in den USA die iPhone-Hysterie ihren Höhepunkt, geschickt angeheizt von Apples Marketing-Strategen. Sie bescherten den kaufwilligen Kunden vor den Apple- und AT&T-Läden, die dort mancherorts seit fünf Tagen campierend ausgeharrt hatten, einen letzten, langen Wartetag: Erst ab 18 Uhr öffneten sie ihre Tore - und gaben so Tausenden von Fans die Gelegenheit, die Menschenschlangen nach Feierabend zu verlängern.

Als schließlich die ersten offenkundig überglücklichen Kunden die Läden verließen, passierten diese ein professionell organisiertes Spalier aus applaudierenden Apple-Angestellten. Auch die versammelte Weltpresse, die sich kamerabewehrt auf jeden Käufer stürzte, dürfte dafür gesorgt haben, dass sich dort jeder Kunde wie ein König fühlte (und Apple Schätzungen zufolge mindestens dreistellige Millionenkosten für Werbung und PR ersparte).

Dabei war das wohl gar nicht nötig. Mit einem Enthusiasmus jenseits jeder Normalität oder Rationalität ließen die Kunden Apples Kassen klingeln - auch, wenn es nirgendwo zum vorab befürchteten Ausverkauf kam. So wickelten die Shops die teils beeindruckend langen Schlangen problemlos ab, die letzten Käufer des ersten Verkaufstages kamen ohne Schlangestehen, Drängel- und Schubserei in die Shops.

Das spiegelt sich auch in Apples eigenem Online-Shopüberblick: Die Suchmaske zeigt an, wo das Telefönchen am Samstag noch zu haben ist. Die Antwort ist für Fans erfreulich: überall.

Das dürfte für die Abzocker und Geschäftemacher, die ihre frisch erstandenen iPhones stante pede bei eBay anboten, weniger erfreulich sein. Vorab waren dort Preise um 3000 Dollar für die 500 bis 600 Dollar teuren Geräte erwartet worden. Kurz nach Verkaufsstart meldete CNet auch einen Zuschlag bei rund 1500 Dollar - seitdem bewegen sich die Preise aber stetig nach unten.

Für Apple soll das iPhone das dritte gewinnbringende Standbein neben dem iPod und den Macintosh-Computern werden. Wie viele Geräte zum Verkaufstart bereitstehen, teilte das Unternehmen nicht mit.

Apple selbst hat sich offiziell zum Ziel gesetzt, bis 2008 zehn Millionen Stück weltweit zu verkaufen, was nach mehr klingt, als es ist: Es entspräche einem Marktanteil von nur einem Prozent.

Abgesehen vom üblichen Apple-Faktor, der Produkte wegen des äußerst positiven Marken-Images grundsätzlich aufwertet, ist das Gerät ein durchaus beeindruckendes technisches Konzept. Zwar bietet es nichts, was andere Handy-Hersteller nicht auch anbieten, zeichnet sich aber durch einen absolut ungewöhnlichen Feature-Reichtum und ein innovatives Bedienkonzept aus.

Apple und AT&T bringen das iPhone für Preise ab 499 Dollar (370 Euro) in die Läden. Hinzu kommen dann noch mindestens 60 Dollar im Monat für den Zweijahresvertrag für das iPhone bei AT&T. In der größten Konfiguration schlägt das iPhone so mit rund 6000 Dollar für zwei Jahre zu Buche. Andere Netzbetreiber gibt es nicht, Rabattierungen des Kaufpreises für das Handy auch nicht: So etwas verbietet Apple seinen Partnern vertraglich.

pat/AP

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