Wissenschaftsportal: Google schenkt Forschern Speicherplatz

Freiheit für wissenschaftliche Daten. Forscher sollen umfangreiche Datensätze künftig kostenlos auf Google-Servern abladen und der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Das Problem der Übertragung der riesigen Datenmengen löst das Unternehmen per Turnschuh-Netzwerk.

Wie " Wired" meldet, hätte das Projekt mit dem Namen Palimpsest eigentlich schon letzte Woche online gehen sollen. Doch der Start musste verschoben werden, soll aber "bald" stattfinden. Als Adresse stellt der Konzern seine Domain research.google.com zur Verfügung. Eine genaue Angabe über die Speichermenge, die künftig für wissenschaftliche Daten bereitstehen soll, wird nicht gemacht, man darf aber von mehreren Hundert Terabytes ausgehen.

Google-Logo zum Einstein-Geburtstag am 14.3.2003: Das neue Wissenschaftsportal passt prima in das Gesamtkonzept des Unternehmens

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Erstmals wurde das Projekt im August 2007 auf der Wissenschaftsveranstaltung Science Foo Camp vorgestellt. Das Ziel des neuen Angebots ist es, Wissenschaftlern die Möglichkeit zu geben, der Forschergemeinschaft große Datenmengen zur Verfügung zu stellen.

Zur Darstellung und Auswertung der Daten stellt Google zudem das Visualisierungssystem Trendalyzer zur Verfügung, das sich das Unternehmen Anfang 2007 einverleibt hatte. Um den offenen Ansatz des Projekts zu unterstreichen soll es zudem YouTube-ähnliche Funktionen geben, um Anmerkungen und Kommentare zu den hinterlegten Daten abzugeben.

Langfristig ist es das Ziel des Suchmaschinen-Konzerns, möglichst viele wissenschaftliche Datensätze frei verfügbar zu machen. Damit soll beispielsweise auch Freizeit-Forschern die Möglichkeit gegeben werden, sich mit professionell gesammelten Daten zu beschäftigen.

Engstelle Datenübertragung

Den Anfang sollen unter anderem 120 Terabyte Daten des Weltraumteleskops Hubble machen. Außerdem will der Konzern rund ein Terabyte Bildmaterial eines kürzlich rekonstruierten Archimedes-Manuskripts aus dem zehnten Jahrhundert bereitstellen.

Um das Problem der Übertragung derart gigantischer Datenmengen aus dem Forschungseinrichtungen in die Google-Rechenzentren zu überwinden haben die Suchmaschinen-Betreiber eine scheinbar archaische Methode gewählt. Statt für die Übertragungen tagelang wertvolle Netzwerk-Bandbreite zu opfern, werden den Forschern sogenannte Festplatten-Arrays, das sind in großen Gehäusen stapelweise zusammengeschaltete Festplatten, zur Verfügung gestellt.

Die Festplatten werden in stabilen Transportkoffern angeliefert, können in Ruhe mit allen notwendigen Daten bespielt. Den Transport der Datenspeicher ins Google-Rechenzentrum übernimmt dann ein Kurierdienst. Auf diese Weise, so rechnet Google-Manager Jon Trowbridge vor, könne man eine Datenübertragungsrate von 0,88 Terabyte pro Tag erreichen. Eine gewöhnliche DSL-Leitung, so der Trowbridge, schaffe dagegen nur rund 0,03 Terabyte pro Tag.

mak

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