Wütende Apple-Fans: "Rettet die Apfeltaste!"

Oft sind es die kleinen Dinge, die die Einzigartigkeit eines Produktes oder einer Marke unterstreichen. Apple hat sich gerade von einem getrennt: Die neuen iMacs werden mit Tastaturen ohne die berühmte Apfeltaste ausgeliefert. Das aber, meinen Apple-Fans, gehe ja nun gar nicht.

Das Rätselraten um die Gestalt der neuen Apple-Rechner erreichte Ende Juli den Apple-typischen Höhepunkt: Immer dann, wenn die Firma aus Cupertino ein paar neue Produkte auf den Markt wirft, kursieren Tage zuvor mehr oder weniger plausible Fotos auf den Gerüchte-Seiten im Netz. Diesmal stand unter anderem eine extrem schlanke Aluminium-Tastatur im Fokus der Aufmerksamkeit.

Da glänzen des Applelaners Augen: Nur wo der Apfel prangt, tippt es sich so richtig apfelig
SPIEGEL ONLINE

Da glänzen des Applelaners Augen: Nur wo der Apfel prangt, tippt es sich so richtig apfelig

Am 27. Juli legte sich das Tech-Blog "engadget" fest und verkündete: Ja, inzwischen glaube man, dass die Tastatur-Fotos echt sein könnten. Nur eine kleine Hintertür ließen sich die Macher offen: "Aber haben die wirklich das Apple-Logo von der Command-Taste entfernt?"

Sie haben, und auch eine Woche nach Vorstellung der gefeierten neuen iMacs können die Fans nicht fassen, dass das wirklich passiert ist. Zum Sprachrohr des Widerstandes der frustrierten Fans machte sich der Blogger Thomas Reuting, der am Donnerstag letzter Woche ein monothematisches Blog anlegte, das bisher mit nur zwei Beiträgen auskam. Reicht auch: Allein der Erstbeitrag "Rettet die Apfeltaste" erntete bisher fast 900 Kommentare, und auf genau die hat es Reuting abgesehen.

Denn das Blog ist als informelle Petitionsliste gemeint: "Während die Computerfirma aus Redmont weiter ihr Signum auf die Tastaturen dieser Welt bannt, sollen wir ohne das Apfel-Symbol leben? Leistet Widerstand, jede Stimme für die Apfel-Taste zählt! Wir wollen die Apfel-Taste zurück! Jeder Kommentar ist ein Protest und wird an Apple weitergeleitet. Und wenn wir viele sind, wird Apfel uns hören."

Der Aufreger: Ist eine Apple-Tastatur ohne Apfel wirklich noch eine Apple-Tastatur?

Der Aufreger: Ist eine Apple-Tastatur ohne Apfel wirklich noch eine Apple-Tastatur?

Ungewohnte Töne für Steve Jobs und sein Unternehmen, die von den kaufwilligen Fans gemeinhin eher angebetet werden. Jetzt richtet sich die Kritik der Apfeljünger - in Bezug auf andere Betriebssysteme und Podukte stets vorhanden - gegen das von ihnen verehrte Unternehmen und eine Entscheidung, deren Sinn in Frage gestellt wird.

Thomas Reuting möchte das natürlich nicht so sehen. Bereitwillig outet er sich als "bekennender Apple-Fan". Die Aktion sei "natürlich mit einigem Augenzwinkern" entstanden, aber prinzipiell steht er zur Kritik und zu der Forderung an Apple: "Ich empfinde das als Verlust, als Aufgabe von Identität." So etwas könne ein echter Fan nicht einfach ignorieren, wie ja auch die Flut der Blog-Kommentare zeige. Schließlich sei Apple eine Marke, an der "das Herz hängt".

Nichts hören, nichts sehen, vor allem nichts sagen!

Apple soll Post von ihm erhalten, sobald 1000 Kommentare zusammen gekommen sind - also ziemlich bald. Reuting: "Mal sehen, ob dann was kommt."

So lange wollte SPIEGEL ONLINE nicht warten und fragte bei Apple nach, wie die Firma mit der Apfeltasten-Krise umzugehen gedenkt. Eine persönliche Meinung habe er dazu schon, entgegnet einer der Firmensprecher und verrät, dass die Rettungsaktion für die Taste natürlich längst bemerkt worden sei. Aber die wolle und könne er nicht äußern: "Aber ich kann Ihnen versprechen, dass ich in Cupertino nachfrage und Ihnen die Antwort natürlich sofort zukommen lasse."

Wie die aussehen wird, darauf haben wir zwar redaktionsintern Wetten abgeschlossen. Knapp 22 Stunden nach der Anfrage kommt die Antwort - und wir gewinnen alle. Das Statement aus Cupertino fällt genau so aus, wie wir das erwartet haben: "Kein Kommentar."

Man kennt seine Pappenheimer schließlich, insbesondere die aus Cupertino. Wie so oft sind die eigentlichen Sprecher und Bewahrer der Marke Apple die stets kaufwilligen Kunden des Unternehmens. Daran wird wohl auch der schmerzliche Abschied von der Apfeltaste nichts ändern.

Doch vielleicht gelingt die Rettung der Apfeltaste ja noch? Den Zubehör-Produzenten sind in diesem Fall die Hände gebunden: Der Apfel ist ein geschütztes Warenzeichen. Bleibt nur die Hoffnung, dass die Götter von Cupertino das Flehen der Fans doch noch erhören...

pat

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insgesamt 100 Beiträge
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1.
M. Michaelis 07.08.2007
Zitat von sysopSteve Jobs stellt jetzt in der Apple-Zentrale neue Mac-Produkte vor. Was sollte Apple endlich besser machen - iMacs, Onlinedienste, iPods? Womit rechnen Sie? Oder halten Sie Apple-Gerüchte generell für Unsinn?
Die Gerüchteküche wird zunehmend unzuverlässig. Überfällig sind die iMacs die ein Facelift nötig hätten. Auch der Leistungsumfang des .Mac Dienstes wäre angesichts des hohen Preises verbesserungsbedürftig. Bei den Mobilrechnern fehlt derzeit eine Gerät im Subnotebookbereich.
2. Vielleicht etwas weniger Schleichwerbung...?
rainer_schnaps 07.08.2007
Allen, die dem Apple-Konsumhype nicht vollkommen kritiklos gegenüber stehen, sei folgender Artikel ans Herz gelegt: http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/413/99314/
3.
Sphynx 07.08.2007
Ich tippe auf neue iMacs - da gabs schon genug Anzeichen dafür. Und ich tippe auf neue iPods - da hat sich schon seit langem gar nichts mehr getan - und da war es bisher viel zu ruhig. @rainer_schnaps: Hier gehts nicht um den Apple Hype, also weiß ich nicht was der link hier soll.
4. Apple Hype ?
ca1244 07.08.2007
Also ich verstehe ehrlich gesagt weder Sie, noch den Artikel in der SZ. Zugegeben ich bin ein Apple User, habe ein MacBook Pro und zwei iPods, aber wird hier denn jemand gezwungen etwas zu kaufen ? Wenn Sie die Produkte nicht gut finden oder zu teuer ist doch gar kein Problem, dann kaufen Sie sich eingach etwas anderes, daß sind die Gesetze des Marktes und hat nichts mit iKapitalismus zu tun. Und mal ganz nebenbei, ich aboniere die SZ und kenne eine Journalisten des SZ Magazins persönlich, die arbeiten doch mit Mac's, was soll der Unfug also.
5.
spot x 07.08.2007
Zitat von ca1244Also ich verstehe ehrlich gesagt weder Sie, noch den Artikel in der SZ. Zugegeben ich bin ein Apple User, habe ein MacBook Pro und zwei iPods, aber wird hier denn jemand gezwungen etwas zu kaufen ? Wenn Sie die Produkte nicht gut finden oder zu teuer ist doch gar kein Problem, dann kaufen Sie sich eingach etwas anderes, daß sind die Gesetze des Marktes und hat nichts mit iKapitalismus zu tun. Und mal ganz nebenbei, ich aboniere die SZ und kenne eine Journalisten des SZ Magazins persönlich, die arbeiten doch mit Mac's, was soll der Unfug also.
Als ob es eine objektive und unbeeinflußte Kaufentscheidung gäbe. Die "Gesetze des Marktes" werden von Marketing, Suggestion und Hype bestimmt und nicht unbedingt von der Vernunft. Sonst gäbe es sicher nicht so viele angebissene Äpfel in der Welt.
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