Zeitungsbericht Google soll eigenen Instant-Messenger planen

Mit einem Open-Source-Messenger will Google angeblich die Konkurrenz herausfordern. Der Dienst mit dem Namen Google Talk soll auch Internet-Telefonie unterstützen.


San Francisco - Der Suchmaschinenbetreiber Google will einem Zeitungsbericht zufolge in Kürze ein eigenes Instant-Messaging-System starten. Weil der Dienst auch IP-Telefonate ermöglichen soll, würde der US-Konzern zu einem ernsthaften Konkurrenten für andere Anbieter solcher Dienste wie AOL, Yahoo oder Skype.

Wie die "Los Angeles Times" heute unter Berufung auf namentlich nicht genannte Kreise berichtete, werde der Service "Google Talk" heißen. Anwender haben demnach die Wahl, ob sie mit anderen Nutzern Textbotschaften austauschen oder sich wie bei einem Telefonat direkt unterhalten.

Google lehnte eine Stellungnahme ab. In dem Bericht hieß es, der Dienst werde möglicherweise bereits am Mittwoch freigeschaltet. Grundlage des Dienstes werde das sogenannte Jabber-Protokoll sein, eine Open-Source-Alternative zu herstellerspezifischen IM-Systemen.

Konzerne wie Yahoo und Microsoft arbeiten mit Hochdruck daran, ihre Instant-Messaging-Systeme um neue Internet-Telefon-Dienste aufzurüsten. Bereits jetzt nutzen allein in den USA 40 Millionen Kunden den Service von America Online. Yahoo hat 20 Millionen Messenger-Abonnenten, Microsoft rund 14 Millionen. Für Google wäre es ein weiterer Schritt hin zu einem breit aufgestellten Internet- und Medienkonzern.

Nachtrag: Inzwischen ist "Google Talk" online und kann getestet werden.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.