Von Felix Knoke
Der angeschlagene Internetkonzern Yahoo muckt auf, will sich nicht vor Bing geschlagen geben: Nur weil das Unternehmen bald schon Microsofts Suchmaschine Bing einsetzen will, heiße das noch lang nicht, dass man nicht "an einer neuen Front" um Surfers Gunst ringen werde. Dazu entwickele Yahoo derzeit neue Suchfunktionen, die Microsoft und Google bislang nicht bieten: Die Suche in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und in Webangeboten wie YouTube, etwa. Diese "special touches" sollen Surfern dabei helfen, praktischere Suchergebnisse als bei der Konkurrenz zu bekommen: "Wir werden nicht einfach nur eine Bing-Variante sein," sagte Yahoos Vize-Entwicklungschef Prabhakar Raghavan der AP. Darüber hinaus soll Google als Topadresse für Personensuchen vom Thron gestürzt werden.
4Chan: Web-Chaoten gegen Christen
Die Netz-Rabauken von 4Chan haben neue Opfer für ihren chaotischen Web-Aktionismus gefunden: Mitglieder einer Datingseite für Christen. Übers Wochenende ist eine Datei mit entsprechenden Zugangsdaten aufgetaucht, 4Chan-Nutzer griffen zu und hackten sich in Christen-Profile bei Facebook, in E-Mail-Konten und andere Websites, schreibt Thenextweb.com. Das geht so einfach, weil viele Internetnutzer dieselben Zugangsdaten für viele Webdienste benutzen, da hilft auch kein Glaube an das Gute im Menschen.
Typischer Ausgang so einer Hackaktion: Ein Pornobild im ansonsten frommen Facebook-Profil - entsetzte Freunde. Dass hinter der Hackaktion allerdings mehr als nur ein wenig Webrandale steckt, wie zum Beispiel bei den Angriffen gegen die Scientology-Bewegung, ist unwahrscheinlich: Gelegenheit machte hier wohl einfach Datendiebe.
"Skanks in NCY"-Bloggerin verklagt Google
Die wegen diffamierender Blogeinträge von Google geoutete Bloggerin Rosemary Port, eine 27-jährige Modestudentin in New York, will sich mit einer millionenschweren Klage gegen die unfreiwillige Enthüllung wehren. Port beschimpfte in ihren anonymen Weblog "Skanks in NYC" (Schlampen in New York City) das Fotomodel Liskula Cohen als "wohl größte Schlampe von NYC". Das Model bat Google zunächst erfolglos um die Enthüllung der Blogger-Nutzerdaten, ein Gericht zwang das Unternehmen schließlich dazu. Model Cohen verzichtete nach Preisgabe der Daten jedoch auf eine naheliegende, kostspielige Verleumdungsklage. Tech-Blorge-Blogger Dave Parrack vermutet, ihr habe gereicht zu wissen, wer hinter den Lästereien steckt. Doch überraschend meldet sich Bloggerin Port nun zu Wort, will laut New York Daily News nicht hinnehmen, dass Google der Aufforderung des Gerichts einfach so folgte und ihre Identität enthüllte. Sie verklagte das Unternehmen auf 15 Millionen Dollar Schadensersatz. Es habe "die treuhänderische Pflicht verletzt", die von ihr erwartete Anonymität nicht geschützt, erklärte ihr Anwalt.
Facebook übernimmt Führung auf dem deutschen Markt
"Netzökonom"-Blogger Holger Schmidt schreibt im FAZ-Blog von der Aufholjagd, die das soziale Netzwerk Facebook auf dem deutschen Markt scheinbar erfolgreich abschließen konnte: Nach Messungen des Marktforschungsunternehmens Nielsen ist die Reichweite (Unique Audience) des Weltmarktführers in Deutschland zwischen März und Juli um mehr als 50 Prozent auf 6,2 Millionen Menschen gestiegen. Facebook habe damit im Juli nicht nur die drei VZ-Netzwerke StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ, sondern auch MySpace und den bisherigen Spitzenreiter Wer-kennt-wen hinter sich gelassen. Auffallend: Während das Wachstum bei den anderen Netzwerken eher stagniert, schießt die Facebook-Kurve noch immer in die Höhe. Was Facebook seinen Konkurrenten auf dem deutschen Markt (weit) voraus hat, erklärt Schmidt in diesem interessanten Überblick über die sozialen Netzwerke in Deutschland.
Der ansteigenden Mitgliederzahl will Mark Zuckerberg jetzt auch ansteigende Mitarbeiterzahlen gegenüberstellen. Noch in diesem Jahr will der Facebook-Chef die Belegschaft um 50 Prozent aufstocken, momentan sind 900 Personen beim Facebook angestellt.
UK: 1000 Kameras klären ein Verbrechen auf
Nur jeweils eine von 1000 Überwachungskameras half im vergangenen Jahr mit, ein Verbrechen in London aufzuklären. Zu diesem entmutigenden Urteil kommt ein Polizeibericht, der die Wirksamkeit der Überwachungskameras in London untersuchen sollte. Von 269 verdächtigten Dieben konnten in einem der untersuchten Monate nur 8 Verdächtige überführt werden. Der Abgeordnete David Davis kommentierte die Studienergebnisse als "lange überfälligen" Anstoß, darüber nachzudenken, wie das Budget zur Verbrechensverhütung ausgegeben wird. Die Überwachungskameras seien extrem teuer und minimal effektiv, sie stellen eine massiven Eingriff in die Privatsphäre dar und verbessern die Sicherheit kaum oder gar nicht. In den vergangenen Jahren hat die britische Regierung 500 Millionen Pfund für die Überwachungsinfrastruktur ausgegeben.
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