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24.01.2001
 

Sundance Online

Kleine Filme, großer Erfolg

Erstmals wagt sich das angesehene Sundance-Filmfestival ins Internet - mit einem Online-Kurzfilmwettbewerb. Die kurzen Streifen aus dem Web gelten unter jungen Filmemachern als wichtiges Karrieresprungbrett.

Kurzfilmwettbewerb: Sundance im Netz
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Kurzfilmwettbewerb: Sundance im Netz

Seattle - Gleich mit dem ersten Film Millionen Zuschauer in aller Welt zu erreichen, davon träumt jeder Regisseur. Das Internet kann es möglich machen. Nachwuchstalente nutzen immer öfter das Web als Spielwiese, um vor einem zumindest theoretisch möglichen Millionenpublikum ihre Erstlingswerke zu präsentieren - und sich gleichzeitig um Hollywood-Unterstützung für größere Spielfilmprojekte zu bewerben. Das renommierte Sundance Festival, das bis Sonntag in Park City (Utah) stattfindet, bietet in diesem Jahr erstmals auch einen Online-Wettbewerb mit Kurzfilmen an.

"Sundance hat sich schon immer für innovative Werke interessiert, und wir sind besonders froh über das Material, das jetzt speziell für das Web produziert wird", sagt Festival-Leiter Geoffrey Gilmore. Im Netz sind bis Ende Februar noch 18 Streifen zu sehen, bei der Wahl des besten Werks kann jeder Zuschauer mitmachen, notwendig ist nur eine kostenlose Registrierung.

Wie alle anderen Film-Websites leidet auch das Sundance-Festival unter den begrenzten Leitungskapazitäten. Mit einer analogen Modemverbindung lassen sich gerade mal konstante Audiosignale auf den PC laden, als Videomaterial kommen meist nur Standbilder an. Natürlich hoffen die Sundance-Verantwortlichen ebenso wie kommerzielle Anbieter auf Breitband-Verbindungen, die zumindest annähernd TV-Qualität erreichen könnten.

Während bei zweistündigen Spielfilmen wohl auch weiterhin zur DVD gegriffen wird, macht sich in amerikanischen Büros immerhin ein Kurzfilm-Trend breit, den die "New York Times" als "Kaffeepausen-Theater" beschreibt: An ihren PCs erholen sich gestresste Mitarbeiter, indem sie sich überwiegend kostenlose Unterhaltung herunterladen, bei Anbietern wie Atomfilms.com oder Ifilm.com.

Die Firmen verdienen ihr Geld mit Werbung und mit dem Weiterverkauf der Vorführrechte - beispielsweise an Fluggesellschaften. Über hundert Film-Sites bieten online rund 20.000 Streifen an, vom lustigen Zeichentrickfilmchen bis zur Pornografie.

"Unvorstellbare Entwicklung"

Angehende Regisseure können auf diesem Weg ihre ersten Arbeiten zeigen. Die Vorführrechte an den besten Erstlingswerken werden beim Sundance-Festival inzwischen für fünfstellige Dollarbeträge gehandelt - für Ian Calderon, der beim Festival fürs digitale Kino zuständig ist, eine vor wenigen Jahren noch unvorstellbare Entwicklung. "Ich finde es hochinteressant, dass wir nun via Web ganz neue Talente öffentlich präsentieren können."

Für ambitionierte Filmemacher gibt es neuerdings noch einen weiteren Weg, online auf sich aufmerksam zu machen. Das Hollywood-Establishment versucht inzwischen, via Internet frische Talente zu ködern - mit Online-Wettbewerben. Angeboten werden sie etwa vom Studio Universal Pictures, das ein "Million Dollar Film Festival" veranstaltete.

Hunderte von Kurzfilmen wurden eingereicht, die 25 besten online präsentiert. Besucher der Site wählten fünf Streifen aus, die jetzt auch beim Sundance-Festival laufen. Gleichzeitig durften die Nachwuchsregisseure ein Spielfilmprojekt vorschlagen. Der Sieger mit dem vielversprechendsten Manuskript bekommt umgerechnet zwei Millionen Mark - für einen eigenen, ganz realen Film.

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