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04.04.2001
 

Racheakt

Telefon-Terror durch angebliche Sex-Telefonnummer im Internet

Was passiert, wenn man eine private Telefonnummer als Sex-Anzeige im Internet veröffentlicht oder Ex-Freundinnen mit obszönen Mails belästigt? In Südostasien ist die Antwort klar: Man(n) wandert hinter Gitter.

mat

Kuala Lumpur/Singapur - Die malaysische Polizei hat einen Geschäftsmann festgenommen, der die Telefonnummer seiner von ihm getrennt lebenden Frau in einer Sex-Anzeige im Internet veröffentlicht hatte. Ein Polizeisprecher teilte am Mittwoch mit, die Mutter zweier Kinder habe obszöne Anrufe aus Singapur, Thailand und sogar Brasilien erhalten.

Dem Mann drohten bis zu zehn Jahre Haft oder eine Strafe von 150.000 Ringgit (etwa 86.000 Mark). Offenbar sei Rache sein Motiv.

Virtuelles Mobbing

Eine krasse Methode "virtuellen Mobbings", die so ungewöhnlich nicht zu sein scheint: Der Polizeisprecher sagte, in den vergangenen Monaten seien vier Anzeigen von Frauen eingegangen, deren persönliche Daten ohne ihr Wissen im Internet veröffentlicht worden seien. Es gebe vermutlich weitere Fälle. Im März habe eine Studentin Anrufe von Männern erhalten, die Sex mit ihr wollten. Als sie sich erkundigt habe, woher die Anrufer die Nummer hätten, verwies sie ein Mann auf eine Singapurer Internet-Seite.

Dass solche Mobbing-Aktionen gerade in Asien für die Täter nicht glimpflich verlaufen, zeigt auch das Beispiel eines 30-jährigen Computerexperten aus Singapur, der seiner Ex-Freundin obszöne E-Mails geschickt und ihren persönlichen Mail-Account geknackt hatte. Ihn verurteilte ein Singapurer Gericht nun zu einem Jahr Haft.

Die Tageszeitung "Straits Times" berichtet, der 30-jährige Computerspezialist habe der Journalistin anzügliche E-Mails geschickt und über ihren E-Mail-Zugang unanständige Nachrichten an ihre Freunde geschickt. Richter Yong Pung How habe ihn als "üblen Typen" bezeichnet und die Strafe im Berufungsverfahren von den zunächst verhängten fünf Monaten auf ein Jahr angehoben.

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