Der Schutz vor Terrorismus und Datenklau im Internet ist nach Ansicht von Computerexperten vor allem Privatsache. Bei der Vorbeugung könne staatliche Überwachung wenig ausrichten, sagte der Berliner Datenschutzbeauftragte Hansjürgen Garstka am Dienstag in Berlin. Er lehnte die längerfristige Speicherung von Nutzungsdaten ab, weil dies unverhältnismäßig tief in die Freiheit des Einzelnen eingreife. "Wichtig ist, dass die Nutzer persönliche Daten nicht gutgläubig preisgeben und ihre Rechner und Netze technisch vor Viren und Cyber-Attacken schützen."
Der Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC), Andy Müller-Maguhn, wies ebenfalls auf die Notwendigkeit des "Selbstdatenschutz" hin. Das Internet sei ein Kommunikationsnetz mit relativ niedriger Sicherheitsschwelle. Ängste vor einer gewachsenen Bedrohung durch Cyberterroristen nannte er jedoch übertrieben und warnte vor Panikmache.
Ursache von Sicherheitslücken sind laut Müller-Maguhn oftmals Fehler in der Software. "Strengere Haftungsregeln für Systembetreiber und Programmhersteller könnten diese Fehlerquote erheblich senken und das Verantwortungsgefühl stärken."
Aus Sicht des Dresdener Informatikprofessors Hannes Federrath ist jedoch mittelfristig erhöhte Vorsicht vor Cyberterrorismus geboten. "Mit langjähriger und guter Vorbereitung wäre es Cyberterroristen möglich, die westlichen Finanzmärkte mit Hilfe von Computerviren oder eingeschleusten Programmen derart zu stören, dass auch dauerhafte Schäden nicht ausgeschlossen wären", sagte er während der Pressekonferenz. Noch seien die Schutzmöglichkeiten sehr begrenzt. Dazu zähle, bei Programmen und Hardware auf "Monokulturen" zu verzichten und verstärkt Verschlüsselungssoftware einzusetzen. "Gesetze allein nützen da nur wenig."
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