• Drucken
  • Senden
  • Feedback
04.12.2001
 

Cyberkriminalität

Schutz ist Privatsache

Vorschriften, Gesetze oder gar mehr Überwachung sind kein Mittel gegen Gefahren durch Cyberkriminalität und -terrorismus, meinten Experten auf einer Veranstaltung in Berlin. Und wenn mehr Schutz gewollt sei, dann sollte die Industrie gezwungen werden, ihre Sicherheitslücken zu flicken.

CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn: Einmischung überflüssig, der Surfer kann und muss sich selbst schützen
Zur Großansicht
DPA

CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn: Einmischung überflüssig, der Surfer kann und muss sich selbst schützen

Der Schutz vor Terrorismus und Datenklau im Internet ist nach Ansicht von Computerexperten vor allem Privatsache. Bei der Vorbeugung könne staatliche Überwachung wenig ausrichten, sagte der Berliner Datenschutzbeauftragte Hansjürgen Garstka am Dienstag in Berlin. Er lehnte die längerfristige Speicherung von Nutzungsdaten ab, weil dies unverhältnismäßig tief in die Freiheit des Einzelnen eingreife. "Wichtig ist, dass die Nutzer persönliche Daten nicht gutgläubig preisgeben und ihre Rechner und Netze technisch vor Viren und Cyber-Attacken schützen."

Der Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC), Andy Müller-Maguhn, wies ebenfalls auf die Notwendigkeit des "Selbstdatenschutz" hin. Das Internet sei ein Kommunikationsnetz mit relativ niedriger Sicherheitsschwelle. Ängste vor einer gewachsenen Bedrohung durch Cyberterroristen nannte er jedoch übertrieben und warnte vor Panikmache.

Ursache von Sicherheitslücken sind laut Müller-Maguhn oftmals Fehler in der Software. "Strengere Haftungsregeln für Systembetreiber und Programmhersteller könnten diese Fehlerquote erheblich senken und das Verantwortungsgefühl stärken."

Aus Sicht des Dresdener Informatikprofessors Hannes Federrath ist jedoch mittelfristig erhöhte Vorsicht vor Cyberterrorismus geboten. "Mit langjähriger und guter Vorbereitung wäre es Cyberterroristen möglich, die westlichen Finanzmärkte mit Hilfe von Computerviren oder eingeschleusten Programmen derart zu stören, dass auch dauerhafte Schäden nicht ausgeschlossen wären", sagte er während der Pressekonferenz. Noch seien die Schutzmöglichkeiten sehr begrenzt. Dazu zähle, bei Programmen und Hardware auf "Monokulturen" zu verzichten und verstärkt Verschlüsselungssoftware einzusetzen. "Gesetze allein nützen da nur wenig."

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
alles aus der Rubrik Web

© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP