Bisher glänzte Deutschland nicht gerade damit, in der Bürokratie technische Innovationen zum Wohle des Bürgers einzusetzen. Was fehlte, war wohl ein "Vierjahresplan": Die Bundesbehörden müssen ihre Dienstleistungen in Zukunft ganz oder teilweise über das Internet abwickeln.
Bis Ende 2005 werde der Bund insgesamt 1,65 Milliarden Euro in das Projekt zur Modernisierung der Verwaltung investieren, sagte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) bei der Vorstellung der Initiative "BundOnline 2005" am Dienstag in Berlin. Das Kabinett hatte den Plan für die Umsetzung von "BundOnline 2005" im November verabschiedet.
"Online-Dienstleistungen werden in den Bundesbehörden bald nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel sein", sagte Schily. Mit Hilfe des Projekts wird die Bundesverwaltung Schily zufolge voraussichtlich etwa 400 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Bürger und Unternehmen könnten in Zukunft einfacher, schneller und kostengünstiger auf Dienstleistungen der Bundesbehörden zurückgreifen.
So könnten Antragsformulare auf den Internetseiten der Behörden online ausgefüllt oder Dienstleistungen online bezahlt werden, sagte Schily. Die Antragsteller sparten dadurch Zeit und Wege. Zudem könnten die Anträge von den Ämtern zügiger bearbeitet werden. Laut Statistik gehen bei den Bundesämtern pro Jahr unter anderem 50 Millionen Zollerklärungen, 20 Millionen Anträge für staatliche Förderung und 172.000 Anträge von Kriegsdienstverweigerern ein.
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