Erst im Dezember hatte der Kurzfilm mit Amanda Peet seine Premiere im Netz gefeiert. Nun verkaufte Warner Bros. Online die Single-Komödie an den Pay-TV-Kanal HBO. Immerhin mal wieder ein Grund zum Feiern für die finanziell so schwer gebeutelte Online-Unterhaltungsindustrie.
Noch vor 18 Monaten waren ganze Scharen amerikanischer Internet-Entertainmentfirmen angetreten, mit ihren E-Streifen und Webtoons die TV- und Kinomacher das Fürchten zu lehren - bis dato sind jedoch nur in der Dotcom-Kinoszene Dutzende Pleiten zu beklagen. Die noch verbliebenen und finanziell notleidende Firmen setzen nun wie auch die Warner-Online-Tochter zunehmend darauf, ihre Kurzfilme und Comic-Episoden an andere Medienhäuser zu lizenzieren.
Im Animationsbereich zählen etwa Bullseye Art, Visionary Media und Icebox zu den bekanntesten Net-Entertainment-Companys, die bereits Content lizensieren konnten. Visionary vereinbarte mit dem Internet-Ableger des amerikanischen Pay-TV-Kanals Showtime die wöchentliche Ausstrahlung von "Whirl Girl"-Episoden. Außerdem kreierte Visionary bereits eine 14-minütige "Whirl Girl"-Folge in Fernsehqualität. Eigenangaben zufolge verhandelte das Unternehmen auch mit einer internationalen Vertriebsfirma über die Produktion von halbstündigen Episoden.
Bullseye-Cartoons wie beispielsweise "Space Dog" liefen dagegen schon bei den Cyberkinos AtomFilms, Razorfish Studios sowie Icebox. Letztere Webfirma konnte vor geraumer Zeit ein Geschäft mit dem Medienhaus Flextech einfädeln, im Zuge dessen die schrillen Icebox-Webtoons künftig auch im britischen Fernsehen zu sehen sein sollen.
Auch wenn die "Date Squad"-TV-Premiere als kleiner Hoffnungsschimmer für die Online-Szene zu verstehen ist, bleibt ein Wermutstropfen für den jüngsten Warner-Lizenzierungscoup: Wie Warner Bros. Online gehört auch HBO zum Medienkonglomerat AOL Time Warner. Ob daher tatsächlich Geld für den Deal fließen wird, ist fraglich.
Vielleicht klappt's ja noch mit einem der anderen Warner-Netmovies. Darunter sind etwa Streifen mit so illustren Namen wie "Britney 2032" von Popsänger Neil Sedakas Sohn Marc, "Exterminator" mit Gary Busey und Theresa Russell oder "Angel in a Red Dress".
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