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26.03.2002
 

SMS-Mutation

Die Generation Daumen

Britische Wissenschaftler haben jungen Mobiltelefonierern und SMS-Tippern einmal genau auf die flotten Finger geschaut. Und siehe da: Handy und Handcomputer vernetzen nicht nur unser Leben, sie verändern offenbar auch unsere Anatomie.

SMS auf dem Handy: Hauptcharakteristika der Menschlichkeit
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DDP

SMS auf dem Handy: Hauptcharakteristika der Menschlichkeit

Nach Meinung der Wissenschaftler führe die Fingerfertigkeit auf tragbarer Multimedia sogar zu einer Art "physischen Mutation", berichtet die britische Zeitung "The Observer": Der Daumen sei bei jüngeren Menschen mittlerweile muskulöser und geschickter als die restlichen Finger der Hand.

In neun über den Erdball verstreuten Metropolen wie Tokio, Peking, Chicago und London hatten die Forscher der Warwick University in Coventry die Einwohner unter 25 Jahren beobachtet. Ein Ergebnis der Studie: Die Menschen werkeln nicht nur andauernd an technologischen Neuerungen herum. Nein, andersherum verändere auch die Technik den Menschenkörper, heißt es in dem Bericht.

Werden die Daumen zu Fingern?

Von der "physischen Mutation" seien vor allem Heranwachsende betroffen, die mit Organizer, Mobiltelefon und Taschencomputern wie dem Game Boy aufgewachsen seien. Eben jene Jugendlichen, die nach Beobachtung der Wissenschaftler schnell mit dem Daumen Kurzmitteilungen auf dem Mobiltelefon schreiben könnte, ohne dabei kaum auf das Display zu schauen. Und diese jüngere Generation benutze auch in anderen Situationen im Gegensatz zum Rest der Bevölkerung instinktiv den Daumen statt des Zeigefingers.

So würden sich die jungen Handyfreaks in Japan schon als "Thumb Generation", als "Generation Daumen" betrachten, berichten die Wissenschaftler. Da ihre Daumen immer kräftiger und geschickter seien, würden die japanischen Jugendlichen statt mit dem Zeigefinger mit ihrem Daumen auf Dinge zeigen oder Türklingeln läuten.

"Diese Wahl hat deutliche Auswirkungen auf ihre Körperlichkeit: Daumen sind die neuen Finger", zitiert der "Observer" Sadie Plant, die Autorin der Studie. Für Plant hat diese Entwicklung große Bedeutung: Die unterschiedliche Bewegungsmöglichkeiten von Daumen und Fingern sei immerhin eines der Hauptcharakteristika, das "uns als Menschen bestimmen".

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