Es erwischt eine Unmenge von Surfern, und eine Schande ist das für die Betroffenen nicht: Der Online-Betrug boomt und wird - auch technisch - immer geschickter. Millionen von Spams würden nicht existieren, wenn sie nicht kostendeckend wären - immer wieder einmal lässt sich jemand auf irgend einen Unsinn ein.
Die berüchtigten "Dialer" sorgten darüber hinaus im letzten Jahr dafür, dass allein das gedankenlose Anklicken eines E-Mail-Attachments reichte, um schon einmal einen halben Monatslohn in der Telefonrechnung zu versenken, bevor man merkte, was überhaupt passierte.
Selbst der seit eineinhalb Jahrzehnten bekannte Betrug mit der "Nigeria Connection" lebt und gedeiht: In seiner neuesten Variante bitten angebliche amerikanische Armeeangehörige oder aber Mitarbeiter von Hilfsorganisationen in Afghanistan um den kleinen Gefallen, mal eben ein paar Millionen zu "parken".
Allein im letzten Jahr, sagt das FBI, fielen immerhin 2600 Amerikaner auf den Klassiker unter den Betrugsaktionen herein, die Anzeige erstatteten. Die Dunkelziffer? Unbekannt.
Um Peanuts geht es jedenfalls nicht: Zwei der "Nigeria"-Opfer gaben an, jeweils mehr als 70.000 Dollar verloren zu haben. Die Verluste der 16 meistgeschädigten Opfer summieren sich auf stolze 345.000 Dollar.
Bei solchen konkreten Zahlen wird mit einem Mal plausibel, dass Experten die durch "Nigeria" jedes Jahr verursachten Schäden auf bis zu 50 Millionen Dollar weltweit schätzen - die Dunkelziffer derer inklusive, die sich schämen, ihren Fall bei den Behörden anzuzeigen. Auszurotten ist die Masche nicht - auch wenn es der Polizei immer wieder einmal gelingt, besonders aktive "Zellen" auszuheben: In Südafrika klickten die Handschellen allein diese Woche sechsmal.
Doch es sind nicht solche Klassiker und (noch) nicht die Dialer, die das Gros der verursachten Betrugsschäden verursachen - sondern ganz profaner Handelsbetrug.
Die größten Betrugsschäden entstehen in Online-Auktionen, sagt eine aktuelle britische Studie: Da werden Waren versteigert, für die kassiert wird - und die nie beim Käufer ankommen. Drei der "Top 10"-Betrugsdelikte, mit denen Verbraucher "erfolgreich" um ihr Geld gebracht werden, stehen im Kontext von Online-Verkäufen.
Die BBC listet diese Top 10 wie folgt:
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Web | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH