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31.07.2002
 

Denial-of-Service-Attacke

Warnschuss für die RIAA

Gerüchte über eine Denial-of-Service-Attacke gegen die RIAA, die Lobbyorganisation der Musikindustrie, kursierten bereits seit Tagen. Am Wochenende, wurde erst jetzt bekannt, war es so weit: Zweieinhalb Tage lang lag die RIAA-Website unter DDoS-Beschuss. Sie liegt immer noch am Boden.

"Es gibt Gerüchte", schrieb "meth", ein anonymer User des CDFreaks-Forum, am letzten Donnerstag, "dass schon eine Denial of Service Attacke vorbereitet wird, die auf RIAA, MPAA, RangerInc, RangerCorp, OverPeer, MediaForce und Cyveillance zielt. Falls die anfangen sollten, User anzugreifen, würde die DDoS-Attacke durch P2P-Netze und Warez-Gruppen verteilt. Diese Vollidioten wissen nicht, auf was sie sich hier einlassen."

Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich ab, dass die umstrittene Gesetzesvorlage des Kongressabgeordneten Howard Berman noch vor der Sommerpause der amerikanischen Parlamente offiziell eingebracht werden würde: Die, so wünscht sich das Berman, soll der Musikindustrie künftig erlauben, mit nicht näher spezifizierten "Hackermethoden" gegen P2P-Börsen und -Nutzer vorzugehen.

Für viele P2P-Nutzer ist das so etwas wie eine Kriegserklärung, noch befeuert durch Gerüchte darüber, dass RIAA und MPAA, die Lobbyorganisation der Filmindustrie, längst damit begonnen hätten, die eine oder andere "Hackermethode" zu erproben. Über die hochkochende Stimmung in P2P-Foren berichtete SPIEGEL ONLINE am Freitag letzter Woche, darunter auch über das Gerücht einer drohenden DDoS-Attacke.

Keine zwölf Stunden später begann die Attacke

Von Freitag bis zur Nacht von Sonntag auf Montag erlebte die RIAA-Website eine DDoS-Attacke, die die Server der Lobbyorganisation bis an die Grenzen der Belastbarkeit brachte. Zeitweilig verschwand die Seite für viele User aus dem Netz, wer durchkam, musste sich in Geduld fassen: Die Seite "gefror" unter der Dauerbelastung.

Die war am Montagmorgen mit einem Schlag wieder vorbei - was das Problem allerdings nicht löste. Als erste Gerüchte über die DDoS-Attacke die Runde machten, wollten anscheinend zahlreiche Surfer sehen, wie es der RIAA-Website denn wohl so geht: Die ungewohnt hohe Nachfrage wirkt als "Echo" auf die DDoS-Attacke nach und führt dazu, dass RIAA auch heute zumeist nicht erreichbar ist.

RIAA-Offizielle bemühten sich am Dienstag, die Probleme herunterzuspielen: "Wir fragen uns nur", zitiert der "Hollywood Reporter" einen Sprecher, der es vorzog, anonym zu bleiben, "warum die Leute jetzt im Sommer nichts anderes zu tun finden. Vielleicht hält es wenigstens einige für ein paar Minuten von der Musikpiraterie ab."

Das ist unwahrscheinlich: P2P-Software läuft im Hintergrund, während man mit irgend etwas anderem beschäftigt ist.

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