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02.10.2002
 

"Digital Download Day"

Zeit für Zuckerbrot

Die bisherigen Bemühungen der Musikindustrie, des Problems P2P Herr zu werden, dürfen als extrem phantasielos gelten: Außer Anwälten, Sabotage und lautstarke Beschwerden fiel ihr nichts ein. Jetzt hält sie erstmals mit "Goodies" dagegen: Eine Woche darf man bei OD2 ganz legal im Repertoire schnuppern.

OD2-Website: Eine der vielen Digital-Rights-Firmen, die in den letzten Jahres aus dem Boden schossen
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OD2-Website: Eine der vielen Digital-Rights-Firmen, die in den letzten Jahres aus dem Boden schossen

Im Kampf gegen Online-Piraterie versucht die Musik-Industrie, Anbieter illegaler Kopien mit deren eigenen Waffen zu schlagen: Ab Donnerstag können Nutzer kurzzeitig Lieder kostenlos und legal herunterladen.

Die Werbekampagne "Digital Download Day" der britischen Technologiefirma "On Demand Distribution" (OD2) macht es Internet-Nutzern eine Woche lang möglich, Songs von rund 6000 Musikern wie Elvis Presley oder Dido kostenlos herunterzuladen.

"Wir stehen derzeit einer großen Herausforderung bei der Vermarktung gegenüber", sagte Ed Averdieck, Marketing-Chef von OD2, die vom britischen Sänger Peter Gabriel mitgegründet wurde. Die Kampagne solle deutlich machen, dass nicht nur illegale Musikdateien aus dem Netz heruntergeladen werden können, und sie soll das Interesse auf die legalen Sites lenken, deren Dienste nicht umsonst sind. "Das Bezahlen für Musik muss die bessere Alternative sein", fügte Averdieck hinzu.

Rund 50 Plattenfirmen wie EMI und Bertelsmanns BMG haben für die Werbeinitiative Rechte an OD2 von insgesamt etwa 100.000 Liedern zum Herunterladen gegeben. Britische Nutzer müssen sich auf einer Website registrieren und erhalten fünf Pfund (rund knapp acht Euro) Guthaben.

So soll das Brennen eines Liedes auf eine CD den Angaben zufolge umgerechnet etwa 1,60 Euro kosten.

Die Musikindustrie macht das Herunterladen von Musik über Internet-Tauschbörsen und den Tausch von Musik-Dateien von Internet-Nutzern untereinander (P2P, kurz für: "peer-to-peer") für den Einbruch der Verkaufszahlen verantwortlich. In der vergangenen Woche hatte der Branchenverband "Recording Industry Association of America" (RIAA) eine Reihe von Werbeanzeigen angekündigt, in denen sich prominente Musiker wie Madonna und Britney Spears gegen die Online-Piraterie stark machen.

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