Ein Zusammenschluss von 11.000 Computerexperten, die Internet Society (Isoc), erhält die Kontrolle über die Toplevel-Domain ".org".
Eine Sprecherin des Internet-Kontrollgremiums Icann sagte dazu, die Isoc habe sich gegen zehn weitere Bewerber durchgesetzt. Die Kontrolle werde im Januar von dem langjährigen Verwalter VeriSign Inc an ISOC übergeben und für die 2,3 Millionen ".org"-Domainnutzer nicht zu bemerken sein.
Isoc mit Sitz im US-Bundesstaat Virginia ist nicht gewinnorientiert. VeriSign musste die Kontrolle über ".org" als Teil eines Kompromiss-Deals abgeben, um ".com", die profitträchtigste aller Domains, behalten zu dürfen.
".org" sollte überwiegend von gemeinnützigen und nicht profitorientierten Gruppen genutzt werden. In der Realität sieht das oft anders aus: Insbesondere Großunternehmen neigen dazu, jede denkbare Form ihrer Namen und Markennamen in allen existierenden Domain-Endungen zu okkupieren. "org" und "net" wurden in den letzten Jahren so zunehmend als international noch leidlich bekannte Domain-Alternativen zu ".com" gesehen. Die Vergabe der Verwaltung der "org"-Domain an die Internet Society kann auch als Zeichen dafür interpretiert werden, dass künftig wieder ein stärkeres Augenmerk darauf gelegt wird, ob Registrierungsanträge unter einer bestimmten Domain auch Sinn machen und Berechtigung haben.
Toplevel-Domains wie ".com" - die größte Gruppe mit 21,2 Millionen Namen - oder ".org" bilden die oberste Schicht der mehrteiligen Internet-Namen - sie sind "Top Level Domains", die als Ordnungskriterium dienen sollen und eine dort registrierte Website "thematisch" einordnen und nicht nach ihrem Ort. ".com" steht hier für alles kommerzielle, "org" für Organisation, "mil" für Militär und so weiter: Erst die nächste Ebene im Domain-System schafft geografische Bezüge. Dazu gehört das hier zu Lande bekannte ".de", das zwar die weltweit dritthäufigste Domain stellt, außerhalb des deutschsprachigen Raumes aber so gut wie unbekannt ist.
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