Von Frank Patalong
Gegenmittel: Was tun?
Die Antwort auf diese Frage ist in der Regel selten befriedigend: Zunächst einmal Nichts - zumindest gegen die erste Stufe der Abzocke, den Spam. Das beste Rezept gegen die Belästigung durch Spam ist die Einhaltung bestimmter Verhaltensregeln. Gegen Dialer sollte man dagegen etwas unternehmen, und zwar am Besten präventiv:
Relativ guten Schutz bieten inzwischen auch Dialer-Schutzprogramme, die man allerdings stets up to date halten muss. Als gutes und zudem kostenloses Programm gilt hier YAW, "Yet Another Warner" von Andreas Haak. Das Programm ist so etwas wie eine auf 0190-Wählvorgänge spezialisierte Mini-Firewall, die jeden solchen Versuch erst einmal anmeldet und beim User nachfragt. Der kann den Versuch dann unterbinden.
Gegen die Nepper und Betrüger ist meist wenig zu unternehmen - schlicht, weil sie zu oft jenseits der Grenzen sitzen. In vielen Fällen, in denen man nachweisen kann, dass die Installation des Dialers untergeschoben war, hilft der Einspruch gegen die oft exorbitant hohen Telefonrechnungen - denn natürlich verdient die Telekom an den 0190er-Nummern mit. Das aber darf sie nicht, wenn das mit Betrug verbunden ist: der Gesetzgeber versucht gerade, hier nach viel zu langem, unverständlichen Zögern endlich eine verschärfte Rechtslage zu schaffen.
Den vollständigsten Schutz gegen Dialer bietet die Vollsperrung aller 0190er-Nummern und ihrer Anverwandten durch den Telekommunikationsanbieter. Das allerdings hat den Nachteil, dass man seriöse Angebote nicht mehr nutzen kann. Zu denen gehören unter anderem die Anbieter von Internet-by-Call-Diensten, bei denen man für den Internet-Zugang nicht etwa besonders viel, sondern besonders wenig bezahlt. Eine bittere Pille.
DSL-Surfer sind vor Dialern zwar sicher (die greifen nur bei Analog- und ISDN-Zugängen), sind aber andererseits dem Werbemüll ebenso ausgesetzt, und andererseits ein Lieblingsziel diverser Möchtegern-Hacker und Skript-Kiddies. Besuche auf Webseiten, die man per Spam "kennen gelernt" hat, können die Zahl der von der Firewall abgefangenen Portscans schon merklich erhöhen. Auch hier gilt der Grundsatz: Wer sich in Schmuddelecken herumtreibt, macht finstere Gestalten auf sich aufmerksam.
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