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Werbe-Mail-Müll Teure Reise nach Spamistan

3. Teil: Gegenmittel: Was man gegen Spam und Dialer unternehmen kann - und was nicht. Weiter...

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Gegenmittel: Was tun?

Die Antwort auf diese Frage ist in der Regel selten befriedigend: Zunächst einmal Nichts - zumindest gegen die erste Stufe der Abzocke, den Spam. Das beste Rezept gegen die Belästigung durch Spam ist die Einhaltung bestimmter Verhaltensregeln. Gegen Dialer sollte man dagegen etwas unternehmen, und zwar am Besten präventiv:

  • Keine Mails öffnen, die man als Spams erkennt, sondern umgehend löschen.
  • Niemals Beschwerden an den Absender schicken: Der ist meistens nicht echt - und wenn, dann fasst er die Beschwerde höchstens als "Ich will Spam!"-Abo auf.
  • Niemals Dialer installieren, noch nicht einmal herunterladen. Pop-Menues aufmerksam lesen: manche Dialer-Installierer tarnen sich als "Alters-Check" oder Ähnliches
  • Für die Teilnahme an Online-Gewinnspielen, für die Registrierung diverser Dienste wie z.B. den AOL Instant Messenger (AIM) und vieles mehr ist es sinnvoll, eine Freemail-Adresse einzusetzen, die nur dem Abfangen von Spam dient. Es gilt die Faustregel: Je seltener die private oder geschäftliche E-Mail-Adresse öffentlich wird, desto schwerer ist es für Spamer, an sie heranzukommen.
  • Auf den Internet Explorer von Microsoft verzichten: Er ist der einzige Browser überhaupt, über den - bei voll aktivierten ActiveX - eine Dialer-Installation durch bloßen Besuch einer Website möglich ist. Mit Opera, Netscape und vor allem Mozilla stehen genügend Alternativen bereit.

Relativ guten Schutz bieten inzwischen auch Dialer-Schutzprogramme, die man allerdings stets up to date halten muss. Als gutes und zudem kostenloses Programm gilt hier YAW, "Yet Another Warner" von Andreas Haak. Das Programm ist so etwas wie eine auf 0190-Wählvorgänge spezialisierte Mini-Firewall, die jeden solchen Versuch erst einmal anmeldet und beim User nachfragt. Der kann den Versuch dann unterbinden.

Gegen die Nepper und Betrüger ist meist wenig zu unternehmen - schlicht, weil sie zu oft jenseits der Grenzen sitzen. In vielen Fällen, in denen man nachweisen kann, dass die Installation des Dialers untergeschoben war, hilft der Einspruch gegen die oft exorbitant hohen Telefonrechnungen - denn natürlich verdient die Telekom an den 0190er-Nummern mit. Das aber darf sie nicht, wenn das mit Betrug verbunden ist: der Gesetzgeber versucht gerade, hier nach viel zu langem, unverständlichen Zögern endlich eine verschärfte Rechtslage zu schaffen.

Den vollständigsten Schutz gegen Dialer bietet die Vollsperrung aller 0190er-Nummern und ihrer Anverwandten durch den Telekommunikationsanbieter. Das allerdings hat den Nachteil, dass man seriöse Angebote nicht mehr nutzen kann. Zu denen gehören unter anderem die Anbieter von Internet-by-Call-Diensten, bei denen man für den Internet-Zugang nicht etwa besonders viel, sondern besonders wenig bezahlt. Eine bittere Pille.

DSL-Surfer sind vor Dialern zwar sicher (die greifen nur bei Analog- und ISDN-Zugängen), sind aber andererseits dem Werbemüll ebenso ausgesetzt, und andererseits ein Lieblingsziel diverser Möchtegern-Hacker und Skript-Kiddies. Besuche auf Webseiten, die man per Spam "kennen gelernt" hat, können die Zahl der von der Firewall abgefangenen Portscans schon merklich erhöhen. Auch hier gilt der Grundsatz: Wer sich in Schmuddelecken herumtreibt, macht finstere Gestalten auf sich aufmerksam.

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