Garry Kinovich Kasparow wurde im April 1963 in Baku, Aserbeidschan, geboren. Mit dem Schachspielen begann er nach eigenen Aussagen im Alter von fünf Jahren. Mit 12 Jahren wurde er "auffällig": Als sowjetischer Jugendmeister war sein Leben quasi auf eine Schiene gesetzt. Hinter dem eisernen Vorhang spielte die Elite der Welt - beste Voraussetzungen für ein Ausnahmetalent wie Kasparow, der sich bereits fünf Jahre später Großmeister nennen durfte, mit nur 17 Jahren. Im gleichen Jahr noch gewann er den Weltmeistertitel der Junioren.
Und rasant ging es weiter: Kasparow hatte ganz offenbar sowohl den Ehrgeiz, wie auch die Fähigkeit, überall nicht nur der Erste zu werden, sondern das auch noch besonders früh. 1981, gerade volljährig, wurde er erstmals sowjetischer Meister. Drei Jahre später saß er als jüngster Spieler aller Zeiten in einem Weltmeisterschaftsfinale.
Doch es sollte zum einen noch drei Jahre dauern, bis er diesen Titel auch errang, zum anderen immer noch reichen, jüngster Weltmeister aller Zeiten zu werden: 1985 markierte den Zeitpunkt, zu dem Kasparow begann, das Weltschach zu dominieren. Er sollte den Titel 15 Jahre lang nicht mehr abgeben. Erst im Jahr 2000 bezwang ihn ausgerechnet sein ehemaliger Schüler Wladimir Kramnik.
Weil dieser ihm die Gelegenheit zur Revanche bisher nicht bot, sind sich die beiden heute nicht mehr grün. Ihre Schaukämpfe gegen Computer kann man darum auch als eine Art Fernduell sehen, wenn man will: Kramnik versuchte in Bahrain zu zeigen, dass ihm ein Patzer wie Kasparows Niederlage gegen Deep Blue (1997) nicht passieren würde. Kasparow wiederum nimmt das Match gegen Junior auch deshalb ernst, weil er hier zeigen kann, dass er wirklich besser als Kramnik ist.
Die Statistik spricht noch immer für ihn. Seit 18 Jahren führt Kasparow die Weltrangliste an, ohne Unterbrechung. Längst spielt der Superlativ-Sammler in einer Liga, die wohl lang auf Nachrücker warten wird: Bereits 1988 konnte sich Kasparow - rein statistisch - bester Spieler aller Zeiten nennen: An seine Bilanz kamen selbst Größen wie Anatoli Karpow oder Bobby Fisher schon damals nicht mehr heran.
Heute macht ihm diesen Status niemand mehr streitig: 1999 erreichte Kasparow als erster Mensch überhaupt eine Spielstärke von 2850 Elo-Punkten. Heute führt in der Weltschachverband mit 2847 Elo-Punkten, vor Kramnik mit 2809 Punkten und Viswanathan Anand mit 2753.
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