Was war das? Nach dem 23. Zug machte ein Gerücht die Runde in New York, Kasparow habe ein Remis angeboten. Unverständlich, fanden alle Kommentatoren, denn seine Position auf dem Brett sah klar besser aus. Das, meinte Großmeister Lev Alburt, sei nur noch mit "akutem Kopfschmerz" zu erklären. Es sollte nicht lang dauern, bis das Gerücht bestätigt wurde. Bei einem Spielstand, der von den Kommentoren als "eigentlich kaum zu verlieren" bewertet wurde und Kasparow darüber hinaus eine gute Gewinnchance bot, hatte der Großmeister tatsächlich ein Remis angeboten. Zunächst lehnte das Team Junior ab - nur um wenige Minuten später darauf zurückzukommen. Ohne Zögern nahm Kasparow die erwiderte Offerte an und das Match endete mit einem Unentschieden beim Spielstand von 3 zu 3. "Da", kommentierte in New York Mig Greengard, "wird Kasparow einiges zu erklären haben". Recap: Kasparows Spiel Tatsächlich, denn recht schnell war es Kasparow gelungen, das Spiel in seinem Sinne zu drehen. Deep Junior eröffnete Sizilianisch, Kasparow setzte mit dem Najdorf-System dagegen. Nach wenigen Minuten versuchte Kasparow in der anfänglich sehr zügig gespielten Partie, Junior ab etwa Zug 9 aus seiner Eröffnungsbibliothek zu drängen. Der Versuch gelang offenkundig, und einige Züge lang agierte der Computer recht konzeptlos. Ab etwa dem 11. Zug bewerteten die Analysten die Chancen bereits als gleichwertig, die Partie als offen. Eine Stunde lang belauerten sich in der Folge die Gegner, ohne das Biss ins Spiel kam.
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