Von Niels Gründel
Google-Whacking: Herausforderung für phantasievolle Bürosportler
Rechner sind nicht nur Arbeitssklaven, sie sind auch Spielzeuge: Keine Windows-Maschine, die nicht mit ein paar kleinen Kartenspielen, mit virtuellen Flippern oder sonstigen Geschicklichkeitsspielchen daherkäme. Das freut den gemeinen Büroarbeiter und senkt die Produktivität, was Arbeitgeber auf die Palme bringt und dazu, die kleinen Spielchen deinstallieren zu lassen.
Doch zum Glück gibt es ja das Internet, mit dem sich in wohlverdienten Päuschen die Arbeit ganz prächtig vermeiden lässt. Wenn die Jagd nach berufsbedingt zuweilen trockenen Informationen keinen rechten Spaß mehr machen will, dann kann der ambitionierte Buchhalter zum “Googlewhacking” ansetzen.
Wann das Spiel genau erfunden wurde, weiß heute zwar niemand mehr, aber Computerveteran Gary Stock hat dem Online-Game immerhin einen Namen verpasst. Beim Spielchen “Hau den Google” ist wahre Finesse gefragt. Beliebt ist das Google-Prügeln nicht zuletzt, weil es durchaus eine Herausforderung darstellt – und dabei noch fast wie Arbeit aussieht.
Die wenigen Regeln haben es in sich: Der Spieler startet eine Anfrage an Google, die aus zwei Wörtern besteht, die vom Sinn her möglichst wenig zusammengehören dürfen. Gewonnen hat man, wenn Google nur einen Treffer ausspuckt. Genau einen einzigen Treffer, keinesfalls mehr, aber auch nicht weniger!
Die beiden Suchworte dürfen nicht nur der eigenen (oder einer fremden) Phantasie entspringen, sondern müssen tatsächlich existieren; Zitate sind ebenfalls nicht erlaubt. Um nun aber auf der Bestenliste der Googlewhacker einen Ehrenplatz zu erhalten, gilt es zudem, ein inzwischen recht ausgeklügeltes Punktesystem zu beherzigen.
Google haut zurück
Damit die mehr als 142.000 "Whacks", von denen immerhin rund 2000 in einer öffentlich zugänglichen Bestenliste vermerkt sind, eines Tages nicht durch den Googlebot gescannt und infolge dessen eines etwas späteren Tages über Google abrufbar sind, hatten die Googlewhacker auf ihrer Seite eigens eine Direktive an den Googlebot eingebaut, diese Liste keinesfalls in den beinahe allwissenden Index der Suchmaschine zu übernehmen.
Doch, so spielt das Leben, der Bot hielt sich wohl nicht wirklich daran. Jedenfalls kursiert derzeit die Angst im harten Kern der Whacker, dass Google mit dem nächsten Update die mühsam ausgetüftelten Wortkombinationen finden könnte.
Doch die "Hau den Google"-Bewegung wird selbst das wohl kaum aufhalten - im Gegenteil. Die Suche nach “dem Einen Einzigen” wird weitergehen. Denn genau das ist die eigentliche Mission des Spiels.
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