New York - Der zu 51 Monaten Haft verurteilte Oleg Zezev hatte sich über das Internet Zugang zum Computersystem des amerikanischen Finanzinformationsanbieters Bloomberg verschafft. Bereits im Februar hatte ihn ein Bezirksgericht im New Yorker Stadtteil Manhattan für schuldig befunden, vertrauliche Daten gestohlen zu haben.
Richterin Kimba Wood sprach in ihrer Urteilsbegründung von einem "sehr ernsten Verbrechen". Mit dem Einbruch habe Zezev die Unversehrtheit wichtiger Daten von Bloomberg und dessen Kunden gefährdet. Auf Datenintegrität müssten sich die Teilnehmer der internationalen Finanzmärkte verlassen, um ihre Geschäfte erledigen zu können.
Mit Veröffentlichung von Geheim-Daten gedroht
Zezev wollte 200.000 Dollar vom Unternehmensgründer und heutigen New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg erpressen, indem er damit drohte, die illegal erlangten Informationen an Kunden und die Presse weiterzugeben. Bei Zahlung des Geldes wollte er Bloomberg mitteilen, wie ihm der Einbruch in das Computersystem gelungen sei. Gefasst wurde Zezev im Sommer 2000 nach einem Treffen mit Bloomberg in London.
Während des Prozesses hatte sich herausgestellt, dass der Angeklagte früher als Cheftechniker bei dem kasachischen Unternehmen Kazkommerts Securities arbeite. Im Frühjahr 1999 stellte Bloomberg der Firma Datenbankdienste zur Verfügung. Dabei erhielt Kazkommerts auch eine Software, die dem Unternehmen Zugang zu Bloomberg-Diensten über das Internet ermöglichte. Doch noch im selben Jahr kündigte Bloomberg den Vertrag wieder, weil der Kunde nicht zahlte. Zezev hatte aber noch die von Bloomberg gelieferte Software, die er so manipulierte, dass sie ihm auch Zugang zu geschützten Bereichen des Systems gewährte.
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