Samstag, 21. November 2009

Netzwelt



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
  • Merken
21.08.2003
 

US-Studie

Drogen aus der Online-Apotheke

Der nächste Dealer, behauptet eine aktuelle US-Studie, ist nur einen Klick entfernt. Windige Online-Apotheken und freischaffende Pharmaseiten machten so ziemlich alles an verbotenen Drogen zugänglich. Manche garantierten gar Ersatz bei Konfiszierung.

Massenhaft Pillen: Im Web ist alles zu haben
Zur Großansicht
DDP

Massenhaft Pillen: Im Web ist alles zu haben

Zu viele Online-Apotheken, weist eine aktuelle, im "Journal of the American Medical Association" ("Jama") veröffentlichte Studie von Robert F. Forman und Ovgu Kaynack nach, verkauften, was sich verkaufen lässt - ohne nach der Zulässigkeit zu fragen. Mehr noch: Einige werben offen damit, dass man über sie Medikamente und Drogen beziehen kann, die legal nicht zu haben sind.

Die Studie "Availability of Opioids on the Internet" beruht auf einem Google-Expertiment: Die beiden Forscher suchten gezielt nach einem starken, verschreibungspflichtigen Opiat und anlysierten die ersten 100 Treffer in der Google-Ergebnisliste. Über 53 der Webseiten, berichtet "Jama", hätte man das Medikament angeblich problemlos beziehen können.

Risikofaktor schlechte Medizin: Wer garantiert, dass im Päckchen auch drin ist, was drauf steht?
Zur Großansicht
DER SPIEGEL

Risikofaktor schlechte Medizin: Wer garantiert, dass im Päckchen auch drin ist, was drauf steht?

Versicherungen wie "Wir leisten Ersatz, sollte die Sendung konfisziert werden" oder "die Gefahr, dass Ihre Sendung abgefangen wird, liegt unter einem Prozent" wiesen deutlich darauf hin, dass sich die Betreiber darüber im Klaren sind, dass ihr Tun illegal ist. Viele Webseiten fragten demnach nicht nach Rezepten oder medizinischen Indikationen: Als Voraussetzung für die Übersendung genügten oft eine Postadresse und eine gültige Kreditkarte.

"Solche Webseiten", sagt Forman, "stellen ein erhebliches Risiko für die öffentliche Gesundheit dar. Der unkontrollierte Zugang zu verschreibungspflichtigen Medikamenten kann zu einer Zunahme von Sucht-Krankenbildern und Todesfällen durch Überdosierung führen."

Zu den über das Web problemlos zu beziehenden Medikamenten und Drogen gehören demnach Opiate, starke Codeine, Barbiturate, Benzodiazepine wie Valium und Halluzigene. Die Autoren der Studie hoffen, mit ihrer Veröffentlichung dazu beizutragen, eine Diskussion über eine noch stärkere Reglementierung grenzüberschreitenden Medikamentenversandes einzuleiten.

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Service von SPIEGEL-ONLINE-Partnern