Berlin - Schaar tritt die Nachfolge von Joachim Jacob an, dessen Amtszeit bereits Ende Juli ausgelaufen war. Die Grünen hatten sich das Vorschlagsrecht für den neuen Datenschutzbeauftragten bei den Koalitionsverhandlungen im vergangenen Jahr gesichert. Schaar war von 1997 bis 2000 Vorstandssprecher der Hamburger Grünen und von 1994 bis 2002 stellvertretender Datenschutzbeauftragter des Landes. Im vergangenen Jahr verabschiedete sich der Diplomvolkswirt vorübergehend aus dem Staatsdienst und machte sich mit der Firma PrivCom selbstständig. Der Experte für Internetsicherheit beriet bis letzten Monat Unternehmer in Datenschutzfragen.
Schaar eilt der Ruf voraus, die von Rot-Grün begonnenen Reformen des Datenschutzgesetzes rasch abschließen zu wollen. Dabei geht es ihm um mehr Anwendungsfreundlichkeit der Vorschriften. Dazu will er den Gesetzesdschungel lichten. Sein Ziel ist, den Datenschutz vom Image der Pflichtveranstaltung zu befreien und das Eigeninteresse aller am Erhalt der Privatsphäre zu fördern.
Bei seinen Vorhaben kann sich Schaar auch auf selbstverfasstes theoretisches Rüstzeug stützen. Von dem ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität Hamburg stammen diverse einschlägige Veröffentlichungen zum Thema Datenschutz. Seine akademische Laufbahn hatte Schaar nach dem Abitur in Berlin 1973 an der FU Berlin begonnen. Weitere Studienorte waren bis 1979 die Universitäten in Frankfurt am Main und Hamburg.
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