Wenn man keinen Bock auf nichts hat und gerade gelangweilt herumsitzt, weiß man die Segnungen des Internet-Zeitalters um so mehr zu schätzen: So ähnlich müssen das drei Jugendliche aus dem hessischen Weilburg empfunden haben, die sich aus dem Web eine Packung Spaß abholten. Ihre Werkzeuge: Ein Schul-PC, ein geknacktes User-Konto bei einem Online-Versteigerer - und lauter lustige Versteigerungen, mit denen sie sich die Zeit vertrieben.
Am Ende konnten sie sich stolze virtuelle Besitzer von Flugzeugen, Grundstücken, Patenten, Gaststätten und einem Gemälde im Wert von 130 Millionen Euro fühlen, teilte die Polizei am Freitag in Limburg mit. Allerdings nicht lange. Dem Auktionshaus war noch am Tage der Auktionen das seltsame Kaufgebaren ihres bis dahin unauffälligen Kunden aus Ludwigsburg aufgefallen. Zu dessen Glück fand der zwar sein Nutzerkonto missbraucht, aber nicht um 130 Millionen nicht vorhandene Euro erleichtert. Auktionshaus und Polizeibehörden hatten bei der Rückverfolgung der Kontoknacker und Flugzeug-Käufer leichtes Spiel: Die IP-Adresse führte zu deren Schule in Weilburg.
Geschädigt wurde nun niemand, doch für die drei jugendlichen Auktions-Zocker könnte die Sache trotzdem ein unangenehmes Nachspiel haben: Die Polizei ermittelt wegen Betrugsverdacht.
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