Saddam ist zwar gefasst, aber nach dem vermuteten Milliarden-Vermögen des Iraks fahnden die Amerikaner noch immer. Was liegt näher, als daran eine neue Betrugsmasche aufzuziehen? Die Idee ist nicht mal neu - schließlich gibt es dubiose Geldtransferangebote mit traumhaften Provisionen von 20 Prozent und mehr schon seit über zehn Jahren - Stichwort Nigeria-Connection.
Die Nigeria-Briefe heißen jetzt eben Irak-Briefe. Wie das Hessische Landeskriminalamt (LKA) mitteilt, steht die Irak-Masche bei skrupellosen Betrügern derzeit hoch im Kurs. In unverlangt zugesandten E-Mails locken diese mit hohen Provisionen. Es ginge darum, Geld aus dem Irak ins Ausland zu schaffen. Dafür brauche man die Hilfe des Angeschriebenen.
Seit mehr als 15 Jahren verschicken vorwiegend Nigerianer Briefe, Telefaxe und E-Mails, in denen um Hilfe bei heiklen Geldtransfers gebeten wird. Mal will ein Controller der "Nigeria National Petroleum Corporation" 26 Millionen Dollar waschen, mal ein ehemaliger hoher Militärführer der Nigerianischen Armee 40,5 Millionen um die Ecke bringen.
Nach Erfahrungen des LKA muss immer von einem betrügerischen Hintergrund ausgegangen werden. Trotz einer Sensibilisierung der Bevölkerung seien auch heute noch Schadenssummen in fünf- und sechsstelliger Höhe keine Seltenheit. Wer auf die Angebote eingeht, muss meist Geld vorschießen, das er danach jedoch ebenso wenig zu Gesicht bekommt wie die versprochene Provision.
Nach Schätzung der nigerianischen Polizei werden pro Woche rund 30.000 unseriöse Geschäftsangebote aus Nigeria in alle Welt versandt werden. Allein im das Jahr 2001 registrierte die deutsche Polizei bundesweit Schäden von etwa 1,63 Millionen Euro. Dies dürfte jedoch nur die Spitze des Eisberges sein, da viele der Geschädigten keine Anzeige bei der Polizei erstatteten, erklärte das LKA. Die Polizei rät, nicht auf derartige Offerten zu reagieren und keinesfalls persönliche Daten wie Bankverbindung oder Adresse zu übermitteln.
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