• Drucken
  • Senden
  • Feedback
27.01.2004
 

Smart Tags

Amerikanische Schnüffel-Chip-Expertin geht bei Metro shoppen

Deutschlands Supermärkte wurden als Testgebiet für die umstrittenen Funk-Etiketten RFID auserkoren, beklagt die US-Verbraucherschützerin Katherine Albrecht. Am kommenden Samstag testet sie gemeinsam mit deutschen Datenschützern die RFID-Chips im "Metro Future Store" Rheinberg.

RFID-Label: Deutschland offenbar als Testgebiet auserkoren
Zur Großansicht

RFID-Label: Deutschland offenbar als Testgebiet auserkoren

Der Bielefelder "Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs" - kurz FoeBuD - hat dunkle Vorahnungen, was die funkenden Etiketten betrifft, die nach und nach in allen Supermärkten und Kaufhäusern eingeführt werden sollen. Die auch Smart Tags genannten RFID-Chips könnten zu einer totalen Überwachung der Menschen führen, wenn sie versteckten Lesegeräten ihre Daten verraten, fürchten die FoeBuD-Aktivisten.

Falls die Pläne der Industrie umgesetzt werden, dann bekommt jeder weltweit produzierte Artikel künftig eine ganz individuelle Nummer, die das aufgeklebte Etikett in der Nähe von Empfängern bereitwillig funkt. Nicht nur Diebstähle sollen so verhindert werden, der Handel will mit den Chips seine Lagerhaltung und das Einkaufen revolutionieren. Der Kassierer kann nach Hause gehen - eine automatische Kasse erfasst die Waren per Funk.

Am Samstag erwarten die FoeBuD-Aktivisten prominente Unterstützung aus den USA. Katherine Albrecht, Vorsitzende der Verbraucherschutzorganisation Caspian und gleichzeitig RFID-Expertin, kommt nach Deutschland, um über Datenschutz und die umstrittenen Chips in Amerika zu informieren. Und nicht zuletzt, um das "Metro Future Store" in Rheinberg zu besuchen, das die Smart Tags als erster Supermarkt in Deutschland einsetzt.

Albrecht muss am Samstagnachmittag nicht etwa mit den Kassierern über den Schutz der Privatsphäre parlieren - sie wird vom zuständigen Metro-Projektmanager Gerd Wolfram nebst Pressesprecher empfangen.

Biene mit RFID-Chip: Nicht nur Menschen lassen sich mit Smart Tags ausspionieren
Zur Großansicht
DDP / Fiola Bock / Beegroup Wuerzburg

Biene mit RFID-Chip: Nicht nur Menschen lassen sich mit Smart Tags ausspionieren

Für Albrecht ist Deutschland in Bezug auf Smart Tags besonders interessant, weil ihrer Meinung nach hier die Entwicklung weiter fortgeschritten ist als in den USA. Sie glaubt, dass Deutschland womöglich als Testgebiet für RFID-Einführung in Geschäften auserkoren wurde.

Datenschützer fürchten, dass die Kunden anhand der Funkchips bei ihrem Einkaufsverhalten künftig komplett überwacht werden. Die Metro AG erklärte wiederholt, sie wolle die erhobenen Daten nicht Personen zuordnen. Die Funketiketten sollen nach dem Willen der Konzerne den Barcode ablösen.

Albrecht hat auch ein kritisches Positionspapier zu RFID-Technik entworfen, das inzwischen ebenfalls von den Bielefelder Aktivisten von FoeBuD unterzeichnet wurde. In dem Papier wird unter anderem ein Moratorium gefordert, bevor weitere RFID-Technik eingeführt wird.

Über die Schnüffelchips spricht Katherine Albrecht auch in einem Vortrag am Sonntag um 15 Uhr im Bielefelder Bunker Ulmenwall.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
alles aus der Rubrik Web

© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP