Von wegen Softie: Als Mike Rowe seine Domain MikeRoweSoft an Microsoft abtrat, unkten Kritiker über sein vermeintliches "klein beigeben". Nachdem er eigentlich 10.000 Dollar für den wohlklingenden Domainnamen verlangt hatte, ließ er sich am Ende mit einer Xbox, einer Partyeinladung und der kostenlosen Teilnahme an einer Microsoft-Weiterbildung abfinden.
Nie, hatte er beteuert, sei es ihm darauf angekommen, Geld für seine Domain zu kassieren. Dafür verkauft er nun den Briefverkehr zwischen ihm und den Microsoft-Anwälten als "ein Stück Internet-Geschichte" in einer eBay-Auktion.
Das ist clever bis schlitzohrig und hat das Potenzial, am Ende womöglich mehr einzubringen als die einmal angedachten 10.000 Dollar: In nur drei Tagen schossen die Gebote auf stolze 2000 Dollar - und die Auktion läuft noch über sieben Tage.
Zum Verkauf steht eine Rechtsbelehrung in Form eines von Microsoft übersandten WIPO-Handbuches, das 25-seitige Mahnschreiben der Microsoft-Anwälte und Ausdrucke aller folgenden E-Mails zwischen dem Siebzehnjährigen und dem Softwarekonzern.
Der wandelte sich im Verlauf der von den Medien weltweit beachteten "Affäre" vom Wolf zum Wohltäter: Nach ersten scharfen Angriffen folgten zunehmend moderate Statements, bis hin zur finalen Erklärung von Microsoft-Sprecher Jim Desler. Der hatte Microsofts Motive bei der Lösung des kleinen Konflikts mit Mike Rowe so erklärt, dass dem Konzern viel daran gelegen habe, eine Lösung zu finden, die "sein Interesse an Technik fördert". Zumindest Vermarktungstechnisch scheint er bereits einiges gelernt zu haben.
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