Howard Carmacks Familie ist schockiert. Wird da ein Exempel statuiert am so pfiffigen Spross der Familie, der doch schon im letzten Jahr zu einer drakonischen Geldstrafe verurteilt wurde?
Ja, der Junge habe gespammt, sagte sein Onkel Joseph Carmack in einem Interview, aber "er war sich der Schwere seiner Tat doch nicht bewusst".
Da wäre eher ein Plural angesagt: Carmack wurde nicht wegen einer Tat, sondern von einem Gericht im Staat New York wegen 14 Vergehen verurteilt, darunter Identitätsdiebstahl, illegales Versenden unerwünschter Werbemails und Fälschung von Geschäftspapieren. An den Serviceprovider Earthlink musste Carmack schon im Mai letzten Jahres 16 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen, weil er unter falscher Identität rund 800 Millionen Spam-Mails über dessen Netzwerk verschickt hatte.
Genau dieser Pfusch mit den Identitäten - üblich unter Spammern, die sich völlig darüber im klaren sind, dass niemand ihre "Werbebotschaften" will - wird Carmack nun zum Verhängnis. Denn Identitätsdiebstahl wurde erst vor kurzem zu einem Straftatbestand im Staat New York: Carmack ist der erste Angeklagte, der dem neuen Recht folgend verurteilt wurde.
Carmack hatte für seine Mail-Betrügereien Accounts mit Hilfe gestohlener Kreditkarten zweier Männer eröffnet, deren Identitäten er als Urheber der von ihm verursachten Spam-Wellen vorschob. Rechtskräftig verurteilt ist er dafür nun, das Strafmaß wird in Kürze verkündet. Das Gesetz sieht für Identitätsdiebstahl Haft zwischen drei und sieben Jahren vor.
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