Die Angriffe blieben zunächst unbemerkt. Nach Informationen der Washington Post waren 20 Institutionen davon betroffen - sowohl Universitäten als auch Forschungseinrichtungen. Netzwerke wie TeraGrid, betrieben von der National Science Foundation, waren tagelang gestört. Ein Wissenschaftler von der University of Chigaco berichtete, dass die Forschungen in Folge der Angriffe für fünf Tage unterbrochen werden mussten.
An der Stanford University kaperten die bislang unbekannten Eindringlinge diverse Linux- und Solaris-Systeme. Die Systemadministratoren der renommierten Kaderschmiede sprachen von "äußerst ausgeklügelten Angriffen". Es seien gezielt leistungsstarke Rechner an Universitäten und Instituten ausgewählt worden. Die Eindringlinge hätten Passwörter geknackt oder Sicherheitslücken in den Betriebssystemen genutzt, um sich Zugang zu den Computern zu verschaffen.
Der genaue Zweck des Angriffs ist bislang unklar. Dauerhafte Schäden an den betroffenen Superrechner wurden nicht festgestellt. Offenbar wollten die Eindringlinge nur kurzzeitig die Kontrolle über verschiedene System übernehmen.
Experten fürchten jedoch weitere, viel größere Attacken. "Mit so viel Rechenpower in der Hinterhand könnten die Hacker einen Angriff starten, der große Teile des Internets lahm legt", sagte ein IT-Sicherheitsexperte der "Washington Post". Ein Supercomputer oder ein ganzer Rechnerverbund sei mit Hunderten oder gar Tausenden normaler Desktop-PCs gleichzusetzen.
Scott Fendley, Sicherheitsexperte von der University of Arkansas, sagte: "Ich bin sicher, dass es noch größere Angriffsziele gibt, aber ich hoffe, dass die Verantwortlichen die Augen offen halten." Wer es schaffe, in das Supercomputer Center an der University of San Diego einzudringen, werde sich auch bald an den Clustern der Regierung oder der Armee versuchen.
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