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28.04.2004
 

Skurrile Auktion

Frust macht Spaß (und reich?)

"horseplaypublishing" schreibt ein neues Kapitel in die Chronik seltsamer eBay-Auktionen: Der frustrierte Ex-Ehemann verhökert das Brautkleid seiner Verflossenen - und "modelt" dafür selbst. Lohn der Mühen: Millionen von Interessierten und fünfstellige Dollar-Gebote.

Schön ist der nicht, aber wütend: "horseplaypublishing" trennt sich vom Brautkleid seiner Verflossenen
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Schön ist der nicht, aber wütend: "horseplaypublishing" trennt sich vom Brautkleid seiner Verflossenen

Das Problem mit dem frustrierten Ex-Ehemann ist, dass man ihn kaum zitieren kann, ohne seine Jugendfreigabe zu riskieren. Er hat halt Brass, der Gute: Auf seine Verflossene, die ihn ein für allemal vom Thema "Heirat" kuriert habe. Warum also sollte er sich nicht von ihrem Brautkleid trennen? Er werde bei seiner nächsten Hochzeit eh nackt erscheinen - und zwar in einem Sarg, denn lebendig bekäme ihn keine mehr vor den Altar.

Und das jetzt, wo er bereits Anträge bekommen hat, richtige Fans sammelt, zum publizistischen Ereignis wird: Knapp drei Millionen Menschen hatten sich bis zum Mittwoch Nachmittag angesehen, wie er das Brautkleid "Größe 12" zur Schau trägt, denn selbst ist der Mann, und zwar Modell.

Da rappelt nicht nur der Klick-Zähler, sondern auch die Kasse: Zwischenzeitlich waren die Gebote auf fast 400.000 Dollar gestiegen, was offensichtlich nicht ernst gemeint war. Jetzt ist alles bereinigt, und wer mitbieten will, muss sich "horseplaypublishing" gegenüber erst einmal ausweisen. Übrig blieben da nur Bieter, denen das "Traumkleid" immerhin rund 25.000 Dollar wert ist - trotz des Tatoo-übersäten, nicht gerade grazilen Modells.

"horseplaypublishing" ließ sich von seiner Schwester überreden, sich vom Kleid nicht im Rahmen einer "Kleid-Verbrennungs-Party" zu trennen. Bereut hat er das wohl nicht, denn schließlich hat ihn nicht nur der damalige Inhalt Nerven, sondern auch das Kleid selbst etwas gekostet: "Dieses Kleid hat mich 1200 Dollar gekostet, von denen mein versoffener Ex-Schwiedervater Stein und Bein schwor, dass er sie bezahlen wollte, was er aber nie tat und mich auf der Rechnung sitzen ließ."

So gut wie neu ist das Kleid auch noch, denn "zum Glück blieb ich nur fünf Jahre auf seiner Tochter sitzen. Gott sei Dank haben wir keine Kinder bekommen. Wenn die nach ihr oder ihrer Familie gekommen wären, hätte ich mir die Pulsadern aufgeschnitten."

Alles in allem also nicht gerade ein Schnäppchen, aber auch kein schlechter Kauf (wenn der tätowierte Choleriker es wieder aus dem Kleid schaffte, ohne es zu dehnen oder zu beschädigen).

Rund um dieses spaßige Angebot entwickelt sich nun ein regelrechter Kult, den "horseplaypublishing" kräftig anheizt, indem er Leserbriefe und Kommentare auf der Auktionsseite veröffentlicht. Die besten kommen allerdings von ihm selbst. Dass er nun sogar Heiratsanträge bekommt, kommentiert der verkäufer so: "Ich fühle mich wie einer dieser Massenmörder in den Todeszellen. Hab nie verstanden, wie zur Hölle die mehr Chancen bei den Mädels haben konnten als ich. Jetzt weiß ich Bescheid. Sie verkauften irgendwelchen Müll bei eBay."

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