Wenn es darum geht, interessante Geschäftsmodelle zu entwickeln, ist man bei der Hilfsorganisation "Oxfam" offenbar nicht auf den Kopf gefallen. Zuletzt machte man in Großbritannien mit dem Plan Schlagzeilen, eine eigene Kaffeehauskette zu gründen. In den zunächst drei Coffee Shops auf der Insel soll es nur fair gehandelte Muntermacher geben – zum Wohle der Kafeebauern, die seit Jahren mit fallenden Weltmarktpreisen zu kämpfen haben.
Jetzt haben sich die Marketing-Experten von "Oxfam" noch etwas anderes, nicht weniger Öffentlichkeitswirksames ausgedacht: Eine Musikdownload-Plattform, bei der ein Teil der Gewinne sozialen Projekten zu Gute kommt. Der Service mit dem Namen "Big Noise Music" soll nach Angaben des Online-Dienstes "BBC News" schon am Mittwoch starten. Die Datenbank von "Big Noise Music" soll etwa 300.000 Songs umfassen. Als prominente Zugpferde dienen Coldplay und George Michael.
Das Prinzip beim Saugen für eine bessere Welt ist denkbar einfach. Die einzelnen Tracks kosten dem Bericht zufolge zwischen 75p und 99p. Und jedes Mal wenn ein User diesen Obolus zahlt, gehen 10p davon an "Oxfam". Ob das Fundraising auf diese Art erfolgreich sein kann, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Originell ist es auf jeden Fall.
Dass "Oxfam" die Angelegenheit durchaus am Herzen liegt, beweist auch die Wahl des Partners: Getragen wird der Service nämlich vom Branchenriesen "On demand Distribution" (OD2), der auch hinter den kommerziellen Download-Angeboten von Firmen wie Coca-Cola, HMV oder hierzulande Karstadt steckt. Dabei trifft es sich sicher gut, dass OD2 im Jahr 1999 unter anderem von Gutmensch Peter Gabriel mitgegründet wurde. Und gerade den dürfte die Partnerschaft mit "Oxfam" sicher freuen.
Christoph Seidler
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