Ist es ein Verbrechen, die E-Mail-Fächer der Welt mit 825 Millionen unerwünschten Werbemails zu überfluten? Vor kurzer Zeit war das noch eine Frage, über die man hätte diskutieren können, mittlerweile ist in immer mehr Ländern der Erde die Antwort darauf klar: Ja, es ist ein Verbrechen.
Und zwar eines, für das Howard Carmack, einer der berüchtigsten Spammer der USA, bis zu sieben Jahre hinter Gittern wird büßen müssen. Damit folgte das Gericht dem Drängen der Staatsanwaltschaft, in Carmacks Fall die unter dem neuen Identitäts-Diebstahl-Gesetz mögliche Höchststrafe zu vergeben.
Carmack war am 1. April des Identitätsdiebstahls und des Betruges in 14 Fällen schuldig gesprochen worden. Man hatte ihn überführt, Werbemüll in fremdem Namen verschickt zu haben. Die dafür nötigen Adressen hatte er im Web "abgefischt", gestohlen oder erschlichen.
Für das Spamming selbst wird Carmack hingegen nicht bestraft: Die Anklage gegen ihn wurde sieben Monate, bevor das dafür nötige Gesetz in den USA verabschiedet wurde, erhoben. Staatsanwaltschaft wie Gericht war es offenbar wichtig, trotzdem ein sehr deutliches Zeichen zu setzen. Bei guter Führung könnte Carmack frühestens in dreieinhalb Jahren wieder frei kommen.
Damit wären seine Sorgen aber kaum beendet. Im letzten Jahr prozessierte der Internet-Provider Earthlink gegen Carmack und erstritt eine Zahlung von 16,5 Millionen Dollar. Carmacks Familie protestierte scharf gegen die Verurteilung. Nach Aussage eines Onkels sei sich Carmack "nicht darüber im Klaren" gewesen, dass er überhaupt etwas verbotenes tue. Jeder tue das im Web, habe Carmack seiner Mutter versichert, kurz bevor er erstmals verklagt wurde.
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