An den "Elk Cloner" erinnern sich nur die Dorfältesten von Cyberia: 1981 startete der seine Karriere, verbreitet über Disketten, und irritierte Computernutzer mit einem seltsamen Warnbildschirm. Damit hatte die Zeit der Computerviren begonnen, und sie begann mit einem "proof of concept": Der Virenautor hatte nur beweisen wollen, wie leicht es war, einen Rechner zu "verseuchen". Fast wie heute, wenn auch unter etwas anderen Vorzeichen: "Elk Cloner" befiel nur Apple-Rechner, Microsofts nagelneues Betriebssystem DOS blieb dagegen unberührt.
Die Karte trägt die Nummer "A1" im klassischen Quartettspiel "Computerluder", ist aber nicht viel wert, wenn man damit Trumpfen spielt: Was könnte der Elk Cloner (Verbreitung: "medium", Schaden: "low") gegen einen modernen "Lovsan" (beide Kategorien: "high") schon ausrichten?
Nicht viel, begreift man da und nebenbei, welche Arten Viren heute wirklich Biss haben. Zwar beschränken sich die Beschreibungen der virtuellen Schädlinge auf einige wenige Sätze, doch nachher weiß man zumindest, was ein Bootvirus, ein Dateivirus, ein Makrovirus ist; was Mailwürmer, Würmer und Backdoors von Hoaxes unterscheidet. Das ist schon eine Menge, und weil die Viren - die natürlich kein eigenes "Aussehen" haben - vom Kölner Künstler Jo " Schlammpeitziger" Zimmermann schick bebildert wurden, macht das Ganze sogar richtig was her.
Natürlich ist das alles in erster Linie ein Werbegag, mit dem die Gesellschaft für Innovative DV-Technik GiT auf sich aufmerksam machen will. Ausgedacht hat sich das Dietmar Pokoyski von der ebenfalls kölschen PR-Agentur known_sense - und freut sich nun darüber, dass das Quartett für ihn, seinen Kunden GiT, den Künstler Zimmermann und die Beschäftigung mit IT-Sicherheit zugleich wirbt.
Produziert wurde das Virenquartett als Stand-Gimmick für die Fachmesse "b2d" in der Arena Auf Schalke Anfang Juni. Doch auch Otto-Normalverbraucher braucht auf die originelle Bildungsarbeit per Kartenspiel nicht zu verzichten: Pokoyski wäre kein Geschäftsmann, wenn er das Ding nicht auch verkaufen würde. Seit dem 3. Juni ist Virusquartett.de zudem online - mit einer schicken Flash-Version des Spieles, bei dem man gegen den Rechner trumpfen muss. Pokoyski: "Der ist gut!"
Stimmt, die Masschine gewinnt dauernd. Vielleicht ist ja der Wurm drin.
Frank Patalong
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