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22.06.2004
 

Grimme Online Award 2004

Publikumspreis für GZSZ

Von Angelika Göllnitz

Journalistische Qualität, Übersichtlichkeit und Ästhetik gehörten zu den Hauptkriterien bei der Wahl der diesjährigen Preisträger des Grimme Online Award. Ingesamt sechs Online-Angebote wurden von der Jury ausgezeichnet, der Publikumspreis ging an den Internetauftritt von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten".

Nur noch 27 Online-Angebote schafften es aus den 1500 Vorschlägen in die Endrunde. Jetzt stehen die Gewinner in den drei Kategorien TV, Web-Media und Online-Journalismus des Grimme Online Award fest.

Dem A: Dem Ersin und Börek erklären das Alphabet
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Dem A: Dem Ersin und Börek erklären das Alphabet

Besonders unterhalten fühlte sich die Jury von "Dem Ersin und Börek Show", die für Konzeption und Gestaltung prämiert wurde. Jede Woche amüsieren die beiden Deutsch-Türken ihr Publikum hier mit neuen animierten Beiträgen, in denen sie für Kaffeebecher werben, das Alphabet mal ganz anders erklären oder auch Freunde wie den Krabbenkutterfahrer Bertram zu Wort kommen lassen.

Ebenfalls in der Kategorie Web-Media wurde die Seite "Der Film Poem" ausgezeichnet, die laut Juryurteil "harmonisch und unaufdringlich Filmsequenzen mit namhaften Schauspielern zu Gedichten passend inszeniert". Blätter wehen zu unheimlicher, sphärischer Musik hin und her, und spätestens von den gezeigten Filmausschnitten könnten kleine Kinder Alpträume bekommen.

Planet Wissen: Inhalte umfassend, Aussehen öffentlich-rechtlich
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Planet Wissen: Inhalte umfassend, Aussehen öffentlich-rechtlich

Das private Online-Magazin "Die Gegenwart" wurde in der Kategorie Medienjournalismus für die von der Jury so genannten "Gesamtverantwortung" ausgezeichnet, obwohl es nur sechsmal im Jahr aktualisiert wird. Der Auftritt, der sehr an ein Printmedium erinnert, ist publizistisch unabhängig und verzichtet auf Werbung.

Im Bereich TV gab es gleich drei Preisträger der Jury: Die Online-Enzyklopädie "Planet Wissen", die Informationsseite "Stauffenberg - Der Film" und das Internetdossier "Verkehrsunfälle - das verdrängte Massensterben", das für seine "ungewöhnliche journalistische Qualität" ausgezeichnet wurde. Ob auch die orangegelbe Hintergrundfarbe dem Thema angemessen ist, darüber lässt sich streiten.

Der Intel Publikumspreis geht in diesem Jahr an die Seite "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", die "tagesschau.de" ganz knapp geschlagen hat. Fast 90.000 vor allem jugendliche Internetnutzer haben sich bis gestern an der Abstimmung im Internet beteiligt, rund 20.000 mehr als im vergangenen Jahr.

Unheimlich: Gedichte auf der Seite zum Film "Poem"
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Unheimlich: Gedichte auf der Seite zum Film "Poem"

Grimme-Chef Bernd Gäbler lobte das breite Spektrum der nominierten Angebote und die hohe journalistische Qualität der ausgezeichneten Internetseiten. Die Nominierungskommission erklärte allerdings, in diesem Jahr keine echten Überraschungen gefunden zu haben. Das mag daran liegen, dass nur Angebote nominiert werden dürfen, die einen Bezug zum Medium Fernsehen haben oder die "innovative Entwicklungen im Verhältnis von Fernsehen, AV-Medien, Internet und Journalismus aufzeigen".

Besonders die Eigenständigkeit von TV-begleitenden Internetseiten sei laut der Kommission noch ausbaufähig. Oft würden Unterseiten zu Sendungen oder Dossiers in den starren Strukturen der Senderportale untergehen, und viele Seiten hätten nicht einmal eine eigene URL. Während das Medium Fernsehen von bewegten Bildern lebt, präsentiere es sich im Internet meistens nur mit Standbildern.

Eine positive Entwicklung sehen die Mitglieder der Kommission darin, dass die Online-Angebote nicht mehr mit Flash-Animationen überladen, sondern übersichtlicher und aufgeräumter gestaltet sind.

Für Friedrich Hagedorn, den Verantwortlichen des Grimme Online Award, lässt sich die Entwicklung des Internet gerade am Beispiel von "Dem Ersin und Börek Show" ablesen. Das Netz sei bewegter geworden: "Inzwischen gehören Animationen, Videos, Flash-Filme oder andere multimediale Elemente ganz selbstverständlich zu einer professionellen Website. Trotzdem aber bleibt das Internet ein Medium von unten, vor allem im Bereich des Medienjournalismus."

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