"Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung", so steht das wörtlich im Artikel 19 der UN-Menschenrechtserklärung, "dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten."
Das Meinungsmedium des neuen Jahrtausends ist fraglos das Internet: Als Publikations- wie Kommunikationsplattform dient es immer mehr Menschen zum Austausch von Nachrichten und Meinungen. Restriktive Staaten haben damit erhebliche Probleme: Das Web unterläuft die staatliche Medienzensur. Zahlreiche Regierungen beschränken darum den Zugang zum Web, filtern und zensieren Inhalte, erfassen Internet-Nutzer namentlich. Allein China hält nach Angaben der Organisation "Reporter ohne Grenzen" 61 Menschen wegen "Meinungsvergehen" im Internet in Haft.
Jetzt fordert die Internationale Verlegerunion in ihrer Funktion als "Förderer und Verteidiger der Freiheit des Verlagswesens", das Internet "unter den vollen Schutz des Artikels 19 der UN-Menschenrechtserklärung" zu stellen. In der Abschlusserklärung zum 27. internationalen Verlegerkongress, den die Organisation am Freitag in Berlin veröffentlichte, betonen die Verleger den Wert des Webs, "insbesondere da es die freie Recherche, den freien Empfang und die freie Übermittlung von Informationen und Ideen weltweit ermöglicht".
Verbunden damit ist ein Appell an die internationale Gemeinschaft und an die Regierungen, gegen die wachsende Verletzung der Publikationsfreiheit und Zensur vorzugehen. Unter anderem prangerten die Verleger fundamentale Menschenrechtsverletzungen wie willkürliche Gerichtsverfahren, ungerechtfertigte Durchsuchungen von Verlagshäusern und die Verhängung von unverhältnismäßigen Geldstrafen an.
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