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21.07.2004
 

eBay

Pillen unterm Hammer

eBay betritt mit dem Verkauf von Medikamenten Neuland - auch wenn es vorerst nur um rezeptfreie Präparate geht. Erstmals verlangt das Auktionshaus eine Identifikation der Verkäufer mit Ausweispapieren. Zugelassen sind nur deutsche Apotheker mit staatlicher Versandhandelslizenz.

Es geht also doch, wenn man nur will. Seit Jahren sträubt sich eBay gegen eine sichere Prüfung der Adressdaten seiner Kunden. Eine Ausweiskontrolle, etwa durch den so genannten PostIdent-Dienst der Post, verhindere, dass Interessenten sofort nach der Anmeldung mitbieten und verkaufen könnten - so lautete das Argument der eBay-Manager gegen eine sichere Authentifizierung. Betrüger profitierten immer wieder von dieser Praxis.

Bei dem nun beginnenden Handel mit rezeptfreien Medikamenten gilt das nicht mehr. Wer solche Arzneimittel verkaufen will, muss sich nicht nur mit dem Personalausweis anmelden, sondern auch eine staatliche Lizenz für den Medikamentenversandhandel vorlegen. Diese bekommen derzeit ausschließlich deutsche Apotheken. DocMorris, die lange von hiesigen Pillenverkäufern bekämpfte niederländische Internetapotheke, muss also vorerst draußen bleiben.

eBay hofft darauf, dass möglichst viele Apotheken über ihre Auktionsplattform den Einstieg in den Internetversand wagen. Ob die Apotheken zu Festpreisen verkaufen oder Pillen sogar versteigern, wird sich zeigen. "Wir werden Auktionen nicht verbieten", sagte die zuständige eBay-Managerin Stephanie Gerdes im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.

Absprachen mit dem deutschen Apothekerverband ABDA hat es nach ihren Angaben nicht gegeben, obwohl dies durchaus nahe liegen könnte, denn derzeit sind auf der Plattform grundsätzlich nur deutsche Apotheken zugelassen. Zum Start am 21. Juli sollen nur eine Handvoll Anbieter dabei sein, eBay hofft aber auf ein wachsendes Interesse von Seiten der Apotheker.

Aus Datenschutzgründen werden die Verkäufe unter dem Status "privat" abgewickelt. Damit ist nicht erkennbar, wer welche Arzneimittel gekauft hat.

Ob der Online-Handel tatsächlich so erfolgreich wird, wie eBay hofft, muss sich zeigen. Weil beim Kauf stets Versandkosten entstehen, dürfte sich nur der Einkauf von größeren Paketen oder teurer Ware rechnen - der einer Einzelpackung Aspirin hingegen kaum. Managerin Gerdes setzt unter anderem auf Waren aus den Bereichen Intimpflege und Verhütung, bei denen mancher User lieber anonym im Internet einkauft anstatt in der Apotheke um die Ecke.

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